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Obwohl sein Betrieb eher klein ist, bildet Tischlermeister Steffen Schoppe aus Bad Saarow zwei Lehrlinge aus

Bestes Gesellenstück im ganzen Land

Tischlermeister Steffen Schoppe aus Bad Saarow
Tischlermeister Steffen Schoppe aus Bad Saarow © Foto: MOZ/Bernhard Schwiete
Bernhard Schwiete / 07.10.2017, 09:45 Uhr
Bad Saarow (MOZ) Sie sind gefragt wie nie - Brandenburgs Handwerker. Ihre Berufe vereinen klassische Fertigkeiten mit moderner Technik. Wir zeigen in einer neuen Serie, was junge Leute im Handwerk werden können und stellen Betriebe vor, die ausbilden. Heute: Tischler Steffen Schoppe aus Bad Saarow.

Immer wieder kommt es vor, dass sich in Steffen Schoppes Tischlerwerkstatt im Bad Saarower Amtsgewerbepark 14- oder 15-Jährige Schüler tummeln. "Praxislernen" nennt sich das Programm, das Neuntklässler dann eine Woche lang absolvieren. Schoppe lässt sie gerne in seinen Betrieb hineinschnuppern, auch wenn ihn das natürlich etwas Zeit kostet. Der 46-Jährige hat dabei aber durchaus aus die Zukunft seines Unternehmens im Auge. "Auf diese Weise kann ich die Leute, die sich vielleicht eines Tages bei mir um einen Ausbildungsplatz bewerben, schon mal kennenlernen", sagt er.

Junge Menschen auszubilden, sei sehr viel Arbeit, und sie koste auch Geld, sagt Schoppe, Tischlermeister seit 1995. Er denkt dabei aber auch an seinen eigenen Werdegang. "Auch ich selber habe mal diese Chance bekommen." 2001 machte er sich mit seinem Unternehmen selbstständig, und nun sieht er auf der anderen Seite durchaus auch Vorteile der Ausbildung für seinen Betrieb, auch wenn sich diese nicht immer eindeutig bemessen lassen. "Die Kunden schätzen es, wenn sie sehen, dass ich ausbilde", erzählt er.

In Schoppes vergleichsweise kleinem Betrieb mit fünf Gesellen sind die Einsatzbereiche für den Nachwuchs vielfältig. "Bei uns macht jeder alles, und auch die Lehrlinge können an vielen Projekten mitarbeiten, von der Zeichnung bis zur Endmontage", sagt er.

Zurzeit hat Schoppe zwei Auszubildende im Unternehmen, und ganz offenbar stimmt die Qualität. Einer der jungen Gesellen der Tischlerei, Marcus Kühl, hat zum Ende seiner Lehrjahre einen herausragenden Erfolg erzielt. Beim Nachwuchswettbewerb "Die gute Form", bei dem die Tischlerzunft die besten Gesellenstücke prämiert, belegte er auf Landesebene den ersten Platz und qualifizierte sich damit für den Bundesentscheid. "Das Gesellenstück ist quasi die Krönung der Ausbildung", sagt Schoppe. Innerhalb von sechs Wochen muss es vom Auszubildenden komplett in Eigenregie geplant und fertiggestellt werden.

Kein Wunder angesichts dieses Erfolges, dass Kühl im Unternehmen blieb. Bei insgesamt 13 Auszubildenden im Laufe der Jahre geht das indes nicht immer, wie Schoppe einräumt. "Ich kann mein Unternehmen auch nicht aufblähen", sagt er. Seine Leute seien aber stets woanders untergekommen, und manchmal erhalte er auch entsprechende Anfragen von anderen Betrieben aus der Branche - auch da hat sich Schoppe also offensichtlich einen guten Ruf erworben.

Nebenbei sitzt der Tischlermeister im Berufsbildungsausschuss der Handwerkskammer Frankfurt (Oder). Als Vertreter der Arbeitgeber beschäftigt er sich in diesem Gremium mit möglichen Änderungen in der Ausbildung. Und in der Tischlerinnung Oder-Spree ist Schoppe Mitglied der Prüfungskommission, ebenfalls ehrenamtlich. "Das macht einen Haufen Arbeit. Aber wenn sich niemand darum kümmert, wird es auch nichts", ist seine Einstellung.

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