Frankfurt (moz) Polnische Kunden kaufen in Frankfurt vor allem Kleidung und Lebensmittel ein, setzen auf Qualität, schätzen das breite Angebot des Einzelhandels und kommen vor allem aus Slubice auf die andere Seite der Oder. Zugleich kommt eine Studie der Industrie- und Handelskammer zu dem Schluss, dass sich die Einkäufer aus dem Nachbarland mehr Beratung auf Polnisch wünschen und dass sie vor ihrem Einkauf kaum informiert sind, welche Werbeaktionen gerade laufen. Beides biete Chancen zur Kundenbindung und -akquise. Für die Untersuchung sind im Juni und Juli 459 Kunden befragt worden.
Aufschluss über die Wünsche polnischer Kunden in Zeiten der Wirtschaftskrise: Auf der Suche nach Möglichkeiten zur Umsatzsteigerung hat die Industrie- und Handelskammer die Befragung zum polnischen Konsumentenverhalten in Auftrag gegeben. Anlass sei die Klage Frankfurter Händler gewesen, im Vergleich zu ihren Kollegen andernorts durch die Grenze nur über einen halb so großen Geschäftsradius zu verfügen, berichtet Uta Häusler, IHK-Teamleiterin für Starthilfe und Unternehmensförderung. Weil der Handel erfahrungsgemäß erst später die Auswirkungen einer wirtschaftlichen Talfahrt spüre als der gewerbliche Bereich, solle die Studie Handreichungen zur Erschließung neuer Kundenkreise bieten. Dafür haben Viadrina-Studenten im Zentrum, am Real-Markt am Messering sowie im Spitzkrug Multi Center (SMC) insgesamt 459 Einkäufer aus dem Nachbarland gefragt. Die dabei gesammelten Daten sind schließlich von den angehenden Betriebswirtschaftlerinnen Ewa Balcerzak und Anett Philipp ausgewertet worden.
Die Mehrzahl der befragten Kunden stamme aus Slubice, heißt es in dem Papier. Wer von weiter her anreise, lege im Durschnitt 71 Kilometer zurück. Im Durchschnitt seien die polnischen Einkaufstouristen 36 Jahre alt und nutzten die Angebote des Frankfurter Einzelhandels regelmäßig. Ihre Ausgaben liegen je Besuch bei bis zu 50 Euro und sie verfügen – ebenfalls im Durchschnitt – über ein monatliches Haushaltseinkommen von 1080 Euro.
Zu den für Uta Häusler wichtigsten Erkenntnissen der Befragung gehört, dass polnische Kunden mangels einschlägiger Werbung selten über Sonderaktionen im Frankfurter Handel und auch nicht so gut über die Angebote an sich Bescheid wissen. Anlass für die Expertin, die auch im Beirat der Interessengemeinschaft Innenstadt (Igis) mitarbeitet, einen Neuanlauf für einen Einkaufsführer anzuregen, der sich an polnische Kunden richtet. Zweiter Schwerpunkt, an dem gearbeitet werden könne, seien Sprachkenntnisse. Vielfach werde kritisch bewertet, dass das Personal nicht Polnisch spreche, so dass die Kunden meist auf eigene Deutschfähigkeiten zurückgreifen müssten. Erwogen werde ein erneuter, speziell auf die Bedürfnisse des Einzelhandels zugeschnittener Polnischkurs, kündigte Uta Häusler an. Es gehe nicht darum, dass jemand fließend Polnisch spreche. „Ein kleiner Wortschatz genügt schon, um dem Kunden gegenüber freundlicher und interessierter zu wirken.“
Zugleich betonte die Teamleiterin, dass 80 Prozent der befragten polnischen Kunden den Service in Frankfurter Geschäften mit Gut oder Sehr gut bewerteten. Rund 40 Prozent gaben zudem an, sie würden gut beraten.
Die Studie im Internet: www.ihk-ostbrandenburg.de/file/6528-Polnische_Konsumentenbefragung.pdf. Ansprechpartnerin ist Uta Häusler, Tel. 0335 56211410
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