Oranienburg (DPA) Planmäßig und mit Routine ist in Oranienburg (Oberhavel) am Freitagvormittag eine amerikanische Fliegerbombe gesprengt worden. Eine kurze, aber heftige Erschütterung verkündete in der Stadt eine Ende der Sperrmaßnahmen. Zuvor mussten etwa 400 Menschen ihre Wohnungen und Häuser in dem Sperrkreis um den Fundort verlassen.
Dabei gab es nach Angaben der Stadtverwaltung keine Komplikationen. Wegen der unzähligen Entschärfungen und Sprengungen in den vergangenen Jahren seien die Oranienburger schon geübt und wüssten, wie sie sich verhalten müssten, sagte die Leiterin des Ordnungsamtes, Sylvia Holm. Zur Sicherheit war auch ein Abschnitt der Bundesstraße B96 kurzzeitig gesperrt. Der 75 Kilogramm schwere Blindgänger war in einer Tiefe von etwa drei Metern auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes entdeckt worden. Vor Ort war eine Entschärfung nicht möglich. In Oranienburg stehen Bombenfunde fast auf der Tagesordnung. Über der 42 000 Einwohner zählenden Stadt wurden im Zweiten Weltkrieg mehr als 10 000 Bomben abgeworfen. Nach einem Gutachten hatte die Hälfte von ihnen einen chemischen Langzeitzünder, von denen rund zehn Prozent nicht gezündet sind.
Oranienburg war Ziel der Bombenangriffe, weil es in der Stadt eine große Rüstungsindustrie gab und zudem Standort für die chemische Industrie war. Auch wurden in Oranienburg Flugzeuge gebaut.
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