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30.07.2010 18:57 Uhr - Aktualisiert 30.07.2010 19:48 Uhr

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Gefährdete Häuser sollen 2012 sicher sein

Lauchhammer (ddp) Der Jahrestag des folgenschweren Unglücks von Nachterstedt mit drei Toten weckt auch bei den Bewohnern von Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) ungute Erinnerungen. „Wir sind noch einmal mit einem ‚blauen Auge‘ davongekommen“, sagt Regina Schöbel, die in dem Ort wohnt. Bei Erdarbeiten waren im Herbst 2009 im Bereich des früheren Tagebaus Lauchhammer III Probleme bei der Standsicherheit einer ganzen Reihe von Wohngebäuden festgestellt worden. Laut Sachverständigen befinden sich unter dem Gebiet extrem locker gelagerte Kippenböden, was zu plötzlichen Absenkungen führen könnte.

Zeitweise stand der Abriss der Häuser zur Debatte. Viele Bewohner dürfen aus Sicherheitsgründen bis heute nicht in ihre Gärten. Im nächsten Jahr will das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe nun mit der Sanierung beginnen.

„Das Schicksal von Nachterstedt bleibt uns Gott sei Dank erspart“, sagt Jürgen Schierz, der Kneiper aus dem „Fuchsbau“ in Lauchhammer-Ost. Ihm und seiner Familie kommen jetzt – ein Jahr nach der Katastrophe in Sachsen-Anhalt – die schrecklichen Bilder wieder in Erinnerung. Am Rande des „Concordia“-Tagebausees waren unter fast drei Millionen Kubikmeter Erde drei Menschen verschüttet worden. Sechs Doppelhäuser wurden für unbewohnbar erklärt. Die 42 Bewohner mussten umziehen.

„So etwas wird uns nach den jetzt verkündeten Vorsorgemaßnahmen sicher nicht passieren“, hofft Schierz. Seine Lebensgefährtin Regina Schöbel fügt hinzu, mit den Flatterbändern, die jetzt noch aus Sicherheitsgründen einen kleinen Teil ihres Grundstücks absperren, könne man leben.

„Eine steile Böschung mit einem Restloch wie in Nachterstedt gibt es nicht in Lauchhammer-Ost“, sagt Bergamtspräsident Klaus Freytag. Die letzte Kohle sei vor 90 Jahren aus der Grube geholt worden. Danach wurde sie vorschriftsmäßig verfüllt, dies habe auch ein in Auftrag gegebenes Gutachten bestätigt. Trotzdem wolle man mit einer Gebietsdrainage und der Errichtung einer Pumpstation sichergehen und die Einwohner dauerhaft vor Gefahren schützen. Im Mai 2011 sollen die Arbeiten zur Sicherung der Grundstücke beginnen. „Ende 2012 werden die bedrohten Häuser wieder auf einem sicheren Grund stehen“, kündigte die Behörde an. Für die 17 unbewohnten Grundstücke heißt es aber weiterhin „Betreten strengstens verboten“. Bei den Häusern gelten die erteilten Sicherheitsauflagen.

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