Potsdam (dpa) Erschwinglicher Wohnraum, gute Bildung und eine harmonische Stadtentwicklung sind die dominierenden Themen im laufenden Oberbürgermeister-Wahlkampf in Potsdam. Das zeigte sich beim Aufeinandertreffen der Kandidaten der fünf etablierten Parteien am Dienstagabend. Natürlich seien bezahlbare Wohnungen ein wichtiges Ziel, sagte Amtsinhaber Jann Jakobs (SPD) in einer Podiumsdiskussion der Wirtschaftsjunioren. Dies allgemein zu fordern klinge aber wie „Freibier für alle“, sagte er. Die Linke und damit sein Herausforderer Hans-Jürgen Scharfenberg fordert den Bau von 11 000 Wohnungen bis 2020, um die Mieten nicht explodieren zu lassen.
Aus Sicht des FDP-Politikers Marcel Yon kann die Politik die vom Markt bestimmte Höhe der Mieten kaum steuern. „Den Menschen zu versprechen, dass es billigen Wohnraum gibt, ist schlichtweg eine Illusion“, meinte Yon vor den rund 80 Zuhörern.
Seit zehn Jahren wächst die Einwohnerzahl Potsdams; laut Statistik leben dort fast 154 000 Menschen. Jakobs, der seit 2002 an der Spitze der Verwaltung steht und erneut antritt, verwies auf ein bis 2013 reichendes Investitionsprogramm im Volumen von 120 Millionen Euro, das auch dem Wohnungsbau zugute komme. Am 19. September wählt Potsdam ein neues Stadtoberhaupt. Um das Amt bewerben sich sieben Kandidaten.
Die CDU-Vertreterin Barbara Richstein mahnte, die Stadt müsse sich schleunigst um Geld aus den Wohnungsbauprogrammen des Bundes bewerben. Marie Luise von Halem von Bündnis 90/Die Grünen sprach sich für die Ausweisung von Bauland und eine weitere Verdichtung aus.
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