Woltersdorf (moz) Die im Urlaub in Tirol verstorbene Frau aus Woltersdorf (Oder-Spree) ist an Unterkühlung gestorben. Das habe eine Obduktion der Leiche am Donnerstag ergeben, sagte am Freitag ein Sprecher der Polizei im österreichischen Sölden. Noch seien die Ermittlungen im Fall der erfrorenen Bergsteigerin nicht abgeschlossen. Die Polizei wertet derzeit die Daten eines der drei GPS-Geräte aus, mit denen die sechsköpfige Gruppe aus Ostbrandenburg am Montag zum zweithöchsten Berg Österreichs aufgestiegen war.
Beim Abstieg vom Gipfel der Wildspitze mit einer Höhe von 3774 Metern waren die Bergsteiger von dichtem Schneetreiben überrascht worden und hatten in der Dunkelheit die Orientierung verloren. „Anhand des GPS-Gerätes wollen wir nachvollziehen, wie der Verlauf der geplanten Route war und wie die Gruppe tatsächlich gegangen ist“, sagt der Beamte. In der Nacht zum Dienstag gegen 3.30 Uhr hatten die Bergsteiger einen Notruf abgesetzt. Die 51-jährige Frau konnte Stunden später, als die Bergretter den Unglücksort erreichten, nur noch tot geborgen werden. „Drei Leute kamen uns schon wenige 100 Meter von der Breslauer Hütte entfernt entgegen“, erzählt Alpinpolizist Martin Wieser, der in der Nacht mit zum Team der Bergrettung gehörte. Auf die beiden anderen Überlebenden der Gruppe stießen die Retter erst etwa zwei Stunden später. Sie seien bei der unterkühlten Frau geblieben.
Ursprünglich wollten die Bergsteiger nach Aussagen der Polizei über die Taschachhütte ins Pitztal hinuntersteigen, nach dem plötzlichen Wintereinbruch wählten sie den Weg zurück ins Ötztal. „Bis 3 Uhr sind sie gegangen und haben gedacht, sie schaffen das“, sagt der Polizist, der die fünf Überlebenden des Dramas vernommen hat. Zwar seien sie gut ausgerüstet, aber nicht auf eine Nacht in den Bergen vorbereitet gewesen. Untergebracht waren die Frauen und Männer im Alter von 25 bis 55 Jahren auf 1900 Meter Höhe im Bergdorf Vent.
Wie die zuständige Tiroler Staatsanwaltschaft den Fall bewertet, ist noch offen. Die Polizeiinspektion in Sölden liefert ihr in den nächsten Tagen ihren Abschlussbericht zu. Solche Dramen, wie sie sich Anfang der Woche auf der Wildspitze abgespielt haben, sind Wieser zufolge recht selten. „Sonst passiert es eher, dass jemand nach dem Aprés-Ski liegenbleibt und erfriert“, sagt der Alpinpolizist.
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