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Doris Steinkraus 03.09.2010 20:23 Uhr

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Es bleibt nass im Oderbruch

Seelow (moz) Auf absehbare Zeit wird es keine Entspannung beim Binnenhochwasser im Oderbruch (Märkisch-Oderland) geben. Zahlreiche Chefs von besonders schwer betroffenen Landwirtschaftsunternehmen waren am Freitag zur Runde mit Umweltministerin Anita Tack (Linke) und Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) ins Landratsamt nach Seelow gekommen. Ihre Hoffnung, dass mit Sofortmaßnahmen binnen weniger Tage oder Wochen ihre Felder wieder befahrbar sind, wird sich nicht erfüllen. Dafür sind die Grundwasserstände zu hoch, die Gräben zu voll, das Abflusspotenzial der Alten Oder, die das Wasser aus dem tiefer gelegenen Oderbruch in den großen Fluss transportiert, zu 
gering.

  Im Landratsamt: Die Minister Anita Tack und Jörg Vogelsänger reden mit Bauernvertreter Henrik Wendorff (M.) © Johann Müller

Dennoch zeigte sich Landrat Gernot Schmidt (SPD) am Ende zufrieden. Denn letztlich wurden konkrete Maßnahmen vereinbart, um eine ähnliche Situation künftig zu verhindern. Ministerin Tack hatte auf das bis 2015 ausgelegte Landesprogramm verwiesen, mit dem die Vernachlässigungen bei der Unterhaltung der Vorflutgewässer abgearbeitet werden sollen. In der Runde war man sich einig, dass die dafür noch zur Verfügung stehenden rund 
acht Millionen Euro umgehend eingesetzt werden müssen. Die Leistungen müssten ausgeschrieben werden, da der Gewässer- und Deichverband (GEDO) das nicht stemmen könnte. Gefordert wurde, dass dies 2011 geschieht.

Auf Vorschlag von Tack wird sich umgehend eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Axel Loger, Abteilungsleiter im Umweltministerium, bilden, in dem alle hydrologischen Fragen erörtert und konkrete Maßnahmen für einzelne Bereiche festzulegen sind. Mitarbeiten werden Vertreter von Landesumweltamt, Bauernverband, Bauernbund, GEDO und Landkreis.

Landrat Schmidt sieht zudem die Kommunen stärker in der Pflicht. Neben erhöhten Unterhaltungsmaßnahmen an Gewässern erster Ordnung müsse auch am Grabensystem der zweiten Ordnung mehr geschehen. Die Kosten werden über die Beiträge der Mitgliedskommunen und Landeigentümer getragen. Man werde über Beitragserhöhungen reden müssen, hieß es.

Bezüglich der Schadensregulierung sollen sich Landwirte an das zuständige Amt des Kreises wenden. Über das Land soll existenzgefährdeten Firmen geholfen werden. Allerdings brauchen sie einen langen Atem. Vor Dezember gebe es kein Geld. Zudem sind die Schäden nach wie vor nicht 
absehbar, da niemand weiß, ob eine Herbstbestellung möglich wird.

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