Potsdam (moz) Dei Potsdamer Staatsanwaltschaft prüft die Akten zum Verkauf des Kasernengeländes in Krampnitz durch das Finanzministerium 2007. Ein entsprechender Überprüfungsvorgang sei eingeleitet worden, hieß es seitens der Ermittlungsbehörde. Das Ministerium stellte die Akten am Dienstag zur Verfügung.
Das Finanzministerium stellte Nachforschungen an, an wen das 110 Hektar große Gelände bei Potsdam überhaupt verkauft worden ist. Als Käufer war bislang von der dänischen Thylander-Gruppe ausgegangen worden. Inzwischen bestehen Zweifel, ob die TG-Potsdam-Entwicklunggesellschaft, die angeblich von der dänischen Immobilienfirma für Krampnitz gegründet wurde, überhaupt etwas mit Thylander zu tun hat. Ein Schreiben von Thylander vor dem Kauf hatte die TG-Potsdam als Tochter benannt. Das Finanzministerium hat nun Auszüge aus dem Kopenhagener Handelsregister beantragt.
Die TG-Potsdam hatte das Gelände in vier Teile und entsprechende Firmen aufgeteilt und diese zu verkaufen versucht, obwohl das Land immer noch Eigentümer der Grundstücke ist.„Da haben Profis offenbar Nichtprofis beim Kauf über den Tisch gezogen“, sagte am Dienstag CDU-Fraktionschefin Saskia Ludwig. Gemeinsam mit FDP und Grüne präzisierte die CDU die Forderung nach einem Untersuchungsausschuss. Dieser soll das Krampnitzer Geschäft, den Verkauf der ehemals landeseigenen Bodengesellschaft (BBG) und das Engagement mehrerer SPD-Minister in den Präsidien von Sportvereinen erhellen.
Ludwig räumte ein, dass auch sie bei der Zustimmung der Verkäufe im Finanzausschuss hätte genauer nachfragen sollen. Aber sie habe dem damaligen Finanzminister Speer (SPD) vertraut. Die Linke sieht sich im Nachhinein bestätigt. Sie hatte als Opposition die Privatisierung der BBG abgelehnt. Dies habe sich als richtig erweisen, so Fraktionschefin Kerstin Kaiser am Dienstag. Außerdem sei der Bundesgesetzgeber gefragt, der erst die Voraussetzungen geschaffen habe, vereinfachte Gesellschaften mit Sitz im Ausland zu gründen, die schwer zu kontrollieren sind. Im Fall von Krampnitz sind die Firmen in England angemeldet.
Potsdam - Der umstrittene Verkauf des früheren Kasernengeländes in Potsdam-Krampnitz ist aus Sicht der dafür zuständigen Brandenburgischen Bodengesellschaft... mehr
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Wem gehört jetzt eigentlich Krampnitz? Um das 110 Hektar große Kasernengelände ranken sich seit letztem Sommer zahlreiche Spekulationen und ein Untersuchungsausschuss... mehr
