Potsdam (DDP) Maßnahmen zum Schutz des Oderbruchs vor Binnenhochwassern sollen schneller umgesetzt werden als bisher geplant. Wie Umweltministerin Anita Tack (Linke) am Mittwoch im Landtag mitteilte, wird geprüft, ob ein seit drei Jahren laufendes Sonderprogramm „Hochwasserschutz bis 2015“ beschleunigt werden kann. Bislang sind demnach aus dem 10,2-Millionen-Programm Arbeiten für 2,4 Millionen Euro realisiert worden.
Untersucht werde auch, ob die Sanierung der durch das Oderbruch fließenden Alten Oder schneller als geplant beendet werden kann. Von den 5 Bauabschnitten sei bislang ein Abschnitt für 1,2 Millionen Euro abgearbeitet worden. In der gefährdeten Region seien bislang zwei Schöpfwerke saniert worden.
Extreme Regenfälle und das Oderhochwasser vom Mai hatten zu einem Anstieg des Grundwasserspiegels und überfluteten Feldern im Oderbruch geführt. Landesbauernverbandspräsident Udo Folgart sprach davon, dass bis zu 10.000 Hektar Oderbruch-Land unter Wasser stünden. Die einzige positive Nachricht sei, dass die 20.000 Bewohner des Oderbruchs „zu keiner Zeit an Leib und Leben gefährdet waren“, sagte Tack.
Das nächste Hochwasser auf der Oder werde in einigen Tagen erwartet, sagte Tack weiter. Sie rechne mit Richtwerten um die - niedrigste - Alarmstufe 1. Sie wies auf die ungewöhnliche Häufung solcher Ereignisse in diesem Jahr hin. Im August sei das Vierfache der sonst üblichen Wassermenge über Brandenburg niedergegangen.
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