Swiecko (moz) Als vor drei Jahren die Personenkontrollen entlang der deutsch-polnischen Grenze wegfielen, nahm es seinen Dienst auf: Das Zentrum der deutsch-polnischen Polizei- und Zollzusammenarbeit an der Autobahnbrücke von Frankfurt(Oder) nach Swiecko. 65 Beamte sind dort tätig.
Im Polizei- und Zollzentrum von Swiecko sitzen sich die Beamten der jeweiligen Behörden direkt gegenüber.
Der Besitzer des MAN-Lasters mit Hebebühne aus Berlin konnte sich gar nicht erklären, was die Polizei von ihm wollte. „Das Auto steht doch hinten in der Garage“, war er überzeugt. Erst als man gemeinsam die Garagentür öffnete, glaubte er den Beamten: Das 150 000 Euro teure Fahrzeug war von polnischen Grenzschützern bei einer Kontrolle im Nachbarland entdeckt worden, noch bevor der Inhaber den Diebstahl überhaupt bemerkt hatte.
„Das war natürlich ein besonderer Erfolg“, beschreibt Polizeioberrat Ulf Buschmann den Vorgang, der sich zu Beginn dieser Woche zugetragen hat. Und schränkt gleich darauf ein, dass die Aufklärungsrate bei den grenzüberschreitenden Autodiebstählen nach wie vor viel zu niedrig sei. Doch das Beispiel sei auch ein Beleg dafür, dass die Kooperation deutscher und polnischer Sicherheitsbehörden immer schneller und effektiver klappt.
„Anfangs wusste doch noch kaum ein Beamter, dass es uns gibt“, berichtet Buschmann. Er ist der deutsche Koordinator des Zentrums, in dem Vertreter der Landespolizeien aus Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern sowie von der Bundespolizei und vom Zoll arbeiten. Von polnischer Seite sind ebenfalls Grenzschützer, Polizisten und Zöllner vertreten.
„Inzwischen ist es zur Selbstverständlichkeit geworden, dass man bei uns nachfragt, wenn es in Deutschland oder Polen Vorgänge mit Beteiligten aus dem jeweils anderen Land gibt“, fährt Buschmann fort. Gut 15 000 Sachverhalte habe man im gerade zu Ende gegangenen Jahr 2010 bearbeitet, etwa zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Themenliste liest sich so wie eine gewöhnliche deutsche Kriminalitätsstatistik und reicht von einfachen Halteranfragen für Fahrzeuge bis hin zu Diebstählen und zwei bis drei Mordfällen im Jahr.
Das Prozedere ist in den meisten Fällen gleich. Die Beamten, die als Vertreter ihrer jeweiligen Dienststellen in dem Zentrum sitzen, erhalten Anfragen von ihren Kollegen vor Ort. Etwa: „Wir haben hier einen polnischen Kraftfahrer ohne Führerschein. Könnt ihr mal feststellen, ob gegen den Mann irgendetwas vorliegt?“
Der Vorteil des Zentrums besteht darin, dass solche Vorgänge praktisch nur über den Tisch gereicht werden brauchen, wo das jeweilige deutsche oder polnische Gegenüber sitzt. „Im günstigsten Falle erhalten dann die Kollegen, die irgendwo in beiden Ländern agieren, schon nach 20 Minuten die gewünschte Auskunft“, erläutert Buschmann. Bei Straftätern, die schon wiederholt auffällig wurden, sei dies natürlich wichtig für deren weitere Behandlung.
Aber auch in dem erwähnten Fall der fehlenden Fahrerlaubnis kann der kurze Dienstweg nicht nur Kosten sparen, sondern auch für die Betroffenen von Vorteil sein. „Wenn sich herausstellt, dass die Person ihren Führerschein nur vergessen hat und weiter nichts vorliegt, dann kommt sie mit einem Bußgeld und der Aufforderung davon, sich das Dokument so rasch wie möglich zu besorgen. Anderenfalls würden sowohl für die Polizei als auch für den Bürger größerer Aufwand entstehen“, erläutert ein Mitarbeiter.
Auch wenn Täter versuchen, über die Grenze zu fliehen und es zur sogenannten „Nacheile“ der Polizisten kommt, wird das Zentrum oft eingeschaltet. Denn es geht darum, die für den jeweiligen Bereich zuständige Behörde des Nachbarlandes so schnell wie möglich zu informieren. 2010 gab es entlang der gesamten Grenze etwa 40 solcher Nacheilen, 90 Prozent davon Richtung Polen.
Vorbild für das Zentrum in Swiecko war übrigens eine ähnliche deutsch-französische Einrichtung in Kehl bei Strasburg. Inzwischen gibt es fast mit jedem Nachbarland vergleichbare Dienststellen.
Autos von deutschen Herstellern, die zur gehobenen Mittelklasse oder zum Bereich der Limousinen gehören, stehen bei Kfz-Dieben aus Polen und Osteuropa am höchsten im Kurs. Die bandenmäßig organisierten Täter handelten oft im Auftrag von Bestellern, die sich pflegeleichte und zuverlässige Modelle wünschten, meinen die Mitarbeiter des deutsch-polnischen Zentrums für Polizeizusammenarbeit.
Empfehlenswert sei deshalb, solche Wagen, aber auch hochwertige Baumaschinen mit GPS-Geräten auszustatten. Diese erleichtern es den Fahndern, gestohlene Fahrzeuge aufzufinden, die Aufklärungsquote liegt in solchen Fällen deutlich höher als bei Fahrzeugen ohne GPS. Manchmal würden auf diesem Wege auch ganze Lager von gestohlenen Autos entdeckt. Die Zusatzinvestition lohnt sich also.
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Im " Zentrum für deutsch-polnische Polizei- und Zollkooperation ", das seit der Abschaffung der Grenzkontrollen Ende 2007 im früheren Kontrollpunkt ... mehr
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