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Solarpark mit Blick auf die Stadt

Den Wolken ein paar Meter näher: Siegmund Kargert von der Frankfurter Dienstleistungsholding (links) und Stefan Fußeder, Projekt-Manager der Vispiron Energy GmbH, stehen auf dem „Gipfel“ des künftigen Solarparks in Seefichten.
Den Wolken ein paar Meter näher: Siegmund Kargert von der Frankfurter Dienstleistungsholding (links) und Stefan Fußeder, Projekt-Manager der Vispiron Energy GmbH, stehen auf dem „Gipfel“ des künftigen Solarparks in Seefichten. © Foto: MOZ
Jörg Kotterba / 20.07.2011, 19:54 Uhr
Frankfurt (In House) Um den CO2-Ausstoß zu senken, entsteht in nur drei Monaten Bauzeit auf dem Kamm der ehemaligen städtischen Mülldeponie eine 2,3 Millionen Euro teure Photovoltaikanlage. Sie wird im August in Betrieb genommen und Energie liefern, die jährlich den Strombedarf von annähernd 300 Einfamilienhäusern deckt.

Der Wind hat hier oben leichtes Spiel. In 90 Metern Höhe über dem Meeresspiegel ist man den Wolken ein Stück näher, weht einem das Haar fast davon. Dafür wird man mit einem weiten Blick nach Frankfurt im Südosten belohnt. Nordöstlich leuchtet die Dorfkirche von Kliestow im hellen Gelb. Die Windräder bei Treplin und Sieversdorf rackern im Westen um die Wette.

Der vor sechs Jahren geschlossenen Siedlungsabfalldeponie Seefichten, von den Frankfurtern nur Deponie genannt, wurde quasi über Nacht eine Krone aus glitzernden Solarzellen aufgesetzt. Was vor einem Jahr noch Traum war, wird jetzt tatsächlich Wirklichkeit: Seit Juni lässt die Münchner Vispiron Energy GmbH im Auftrag der Frankfurter Dienstleistungsholding (FDH) auf der Spitze der Erhebung, die fast so hoch ist wie der nahe Butterberg bei Booßen, eine 
2,3 Millionen Euro teure Photovoltaikanlage mit einer Gesamtleistung von 1,07 Megawatt Leistung bauen. Sie wird sich, so seriöse Berechnungen, nach 
18 Jahren amortisiert haben.

Die 4560 Solar-Module – jeweils 30 Kilo schwer, 1,50 Meter lang und 80 Zentimeter breit – sind längst in ihren Fundamenten verankert. Die sind sturmfest gebaut und bringen 300 Kilo Eigengewicht auf die Waage.

„Im August kommen die Transformatoren. Dann dauert es nur noch wenige Tage, bis die Anlage ans Netz geht“, erläutert Siegmund Kargert, bei der FDH Geschäftsbereichsleiter Abfallwirtschaft. Die Frankfurter Dienstleistungsholding ist Bauherr und Betreiber dieses zukunftsweisenden EnergieProjekts.

Auch Kargert ist stolz, dass auf einem Hügel, in dem seit der Deponie-Eröffnung 1975 annähernd 1,3 Millionen Kubikmeter Abfall aus Frankfurter Haushalten verrotten, dem CO2-Ausstoß in der Stadt Paroli geboten wird. Step by Step – Schritt für Schritt nehme auch Frankfurt den Kampf um erneuerbare Energien auf, sagt er.

„Diese Anlage wird Energie liefern, die jährlich den Strombedarf von 300 Einfamilienhäusern deckt“, informiert Kargert. Das etwa 15 Hektar große Deponie-Areal mit seinem 30 Meter hohen Berg liegt abgelegen am Ende der Grubenstraße. Die Windrad-Diskussion in den Ortsteilen im Ohr darf man hier sicher sein: Niemand wird sich durch den Anblick des Solarparks, der bei Sonnenschein silbrig-blau glänzt, belästigt fühlen.

Aus München ist Stefan 
Fußeder angereist, Projekt-Manager der Vispiron Energy GmbH. Das bayerische Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von Montagesystemen und die Planung, Realisierung und Wartung von mittleren und großen Solaranlagen für Freiflächenanlagen spezialisiert und ist Auftragnehmer. Mit einer Zweigstelle ist es im Frankfurter Technologiepark präsent. Der 28-jährige Fußeder lobt die schnelle Arbeit auf der Deponie. Er habe mit regionalen Firmen, die unter seiner Regie arbeiteten, gute Erfahrungen gemacht. Ein Tiefbaubetrieb aus Frankfurt verlegte die kilometerlangen Erdkabel, ein Hochbauer habe die Konsolen verankert. „Derzeit führt eine Blitzschutz-Fachfirma aus Ludwigsfelde wichtige Arbeiten aus. Ich bin sehr zufrieden.“

Fußeder, dem Frankfurt gefällt und der über Wochen im Grünhof Quartier bezogen hat, informiert, dass sich die Photovoltaikanlage nach Süden 
orientiert. Um Verschattungen zu vermeiden, wurde der Abstand der Solarzellen im Nordbereich vergrößert. Regelmäßig wird im Sommer auch das Gras auf dem Solarpark gemäht, damit die Sonne – wenn sie scheint – ungehindert ihre CO2-neutrale Energie „abladen“ kann.

Die Stadtwerke gehören zu 
51 Prozent der FDH, einer 100-prozentigen Tochterfirma der Stadt. Geschäftsführer sind Jörg Thiem und Michael Ebermann, Chef der Stadtverkehrsgesellschaft.

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