Bis zu 500000 Euro sollen Kommunen oder Ämter erhalten, wenn sie sich freiwillig zusammenschließen. Damit sollen die Aufwendungen bei der Zusammenführung der Verwaltung abgegolten werden. So hatten es die Regierungsfraktionen von SPD und Linker im vorigen Jahr beschlossen und zehn Millionen Euro in den Haushalt eingestellt. Der entsprechende Fonds soll bis 2014 laufen. Ob er ausgeschöpft wird, ist fraglich.
Momentan gibt es kaum Interesse an kommunalen Fusionen, heißt es im Innenministerium. Kooperationen wie gemeinsame Standesämter oder Rechnungsstellen werden hie und da geprüft. Darüber hinaus gehe es jedoch nicht. Viele Kommunalpolitiker würden zunächst abwarten.
Einzige Ausnahmen bilden die Ämter Unterspreewald und Golßener Land im Landkreis Dahme-Spreewald. Die Kommunen beider Ämter haben beschlossen, eine Zusammenlegung der Verwaltung prüfen zu lassen. Jens-Hermann Kleine, Amtsdirektor von Unterspreewald, erhofft sich durch die Fusion Einsparungen. Außerdem würden die Strukturen einfach zusammenpassen. "Wir können beide auf Augenhöhe verhandeln" - das ist Amtsdirektor Kleine besonders wichtig.
Das gemeinsame Amt hätte rund 9000 Einwohner. Zurzeit wird vor allem in der SPD darüber diskutiert, dass neue Verwaltungseinheiten eine Mindesteinwohnerzahl von 10000 bis 12000 Personen aufweisen sollen. Das würde das neue Amt nicht erreichen. Kleine hält die Debatte um solche Größenordnungen für "unsäglich". Es gehe darum, lebensfähige Einheiten zu schaffen, und das müsse von den jeweiligen regionalen Gegebenheiten abhängig gemacht werden, findet er.
Außerdem hätte das neue Amt zehn Gemeinden. Vor Ort besteht Einigkeit, dass die jetzigen Gemeinden auch ihre Selbstständigkeit behalten müssen. Bei der letzten Gebietsreform 2003 lautete die Maßgabe des Innenministeriums: fünf Gemeinden pro Amt. Hier erhoffen sich die Lausitzer Entgegenkommen des Gesetzgebers.
Anfang 2013 soll das neue Amt stehen. Kleine hegt keine Befürchtungen, dass das Vorhaben scheitern könnte - wie bei den Nachbarn in Luckau und Heideblick. Und das aus dem einfachen Grund: Die Bürger müssen nicht befragt werden, da es sich um keine neue Großgemeinde handelt, sondern nur um die Zusammenlegung zweier Verwaltungen. Dazu müssen die Gemeinden die entsprechenden Verträge abschließen. Für den Bürger ändert sich nichts, meint der Amtsdirektor.
Das neue Amt wird laut Kleine auch mit seinen Nachbarn kooperieren. Schon jetzt bestehen entsprechende Verträge über das Amt Golßener Land hinaus.