Der Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ in Schönefeld ist eröffnet. Als erste landete eine Maschine von Easyjet am Sonnabend um 14:02 Uhr auf der nördlichen Startbahn. Um 14:06 Uhr folgte ein Jet von Lufthansa ebenfalls auf der Nordbahn.
Eigentlich war eine parallele Landung beider Flugzeuge auf Nord- und Südbahn geplant. Das musste jedoch wetterbedingt kurzfristig abgesagt werden. Die Südbahn wird offiziell erst am Mittwoch eröffnet. Rechtlich war am Sonnabend deshalb dort nur eine Landung im Sichtflugverfahren zulässig. Das ließ der wolkenverhangene Himmel über Schönefeld jedoch nicht zu.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup nahm Passagiere in Empfang

Die gesamte Eröffnungszeremonie verlief wie angekündigt denkbar unspektakulär. Wegen den jahrelangen Verzögerungen am BER und der Corona-Krise sollte es keine Party geben. So war es im Terminal den gesamten Nachmittag über sehr still. Keine Musik und kein sonstiges Unterhaltungsprogramm. Vor dem Terminal demonstrierten Klimaaktivisten und BER-Anwohner gegen den Flughafen. Taxifahrer forderten unter dem Motto „Jobcenter oder Laderecht für BER“ ein liberaleres Kutschenregime am Flughafen.
Nach der Landung rollten beide Maschinen gemeinsam zum Terminal 1 des BER. Dort wurden die Jets mit einer Wasserfontäne der Flughafenfeuerwehr begrüßt. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup nahm kurz darauf die Passagiere im Terminal in Empfang und erklärte den Flughafen für eröffnet. „Das ist heute kein historischer Tag, aber ein wichtiger für ganz Ostdeutschland“, sagte er. „Endlich können wir unseren Flughafen eröffnen.“

Müller erinnert an Jahre der Verzweiflung

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) rief dazu auf, nach vorn zu blicken: „Die Zeit der Jokes über den BER muss jetzt zu Ende sein.“ Er sicherte zu, alles dafür zu tun, dass der Flughafen ein internationales Drehkreuz werde.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sieht in der Flughafeneröffnung „auch ein Stück weit Wiedervereinigung und Nachwendegeschichte“. Müller erinnerte an die die zahllosen Probleme in der 14-jährigen Baugeschichte des Terminals. „Es gab in den vergangenen Jahren Tage, die waren zum Verzweifeln.“

Lufthansa will kein Drehkreuz in Schönefeld

Aus Sicht des brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) sind am BER mehr Interkontinentalverbindungen notwendig: „Wir brauchen die Augenhöhe mit den Flughäfen Frankfurt am Main und München.“ Der BER-Start sei ein Zeichen des Optimismus in der Corona-Krise.
Für die Lufthansa soll „Willy Brandt“ allerdings kein internationales Drehkreuz wie Frankfurt und München werden. „Es gibt historische Gründe, warum in Deutschland der Langstreckenverkehr nicht von den beiden größten Städten Hamburg und Berlin aus stattfindet, sondern von den beiden Drehkreuzen München und Frankfurt“, sagte Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr. „Und ich glaube, daran wird auch der BER in der Tat nichts ändern.“

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