Die Mitglieder der Stiftung WaldWelten brauchen vor allem eines: viel Geduld. Die Früchte ihrer heutigen Arbeit werden sie erst in 20 oder gar 30 Jahren ernten können. So lange wird es dauern, bis ihre in den vergangenen fünf Jahren gepflanzten Bäume groß gewachsen sein werden. Und wohl erst dann wird sich zeigen, ob sich die verschiedenen Arten für den Wald der Zukunft eignen.
30 000 Bäume hat die Stiftung seit ihrer Gründung im Herbst 2010 im 145 Hektar großen Stiftungswald am südlichen Rand von Eberswalde (Barnim) in die Erde gebracht. Viele Exemplare sind noch klein, manche immerhin schon anderthalb Meter hoch. Die Bäumchen wachsen verteilt auf inzwischen insgesamt vier Hektar - überall dort, wo Teile vom Altbestand des Laub- und Mischwaldes abgeholzt werden mussten. Eigentlich sind die Neuankömmlinge im Mittelmeerraum, in China oder Mexiko beheimatet. Womöglich könnten sie bald aber auch in unseren Breiten heimisch werden. Denn durch den Klimawandel ändern sich die hiesigen Standortbedingungen. Hitze und Trockenheit machen den bislang in Brandenburg verbreiteten Arten immer mehr zu schaffen.
Die Stadt Eberswalde und ihre Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) haben die Stiftung WaldWelten gemeinsam ins Leben gerufen. Regelmäßig seien Studenten der HNE an Forschungsprojekten im Stiftungswald beteiligt, berichtet Geschäftsführerin Karin Siegmund. Aber auch Wissenschaftler begleiten die Arbeit der Stiftung, die sich auch der Umweltbildung von Kindern verschrieben hat und kulturelle Veranstaltungen organisiert. Finanziell gefördert wird das Engagement vor allem vom Land und Bund. "Unternehmen aus der Stadt und der Region unterstützen uns ebenfalls", berichtet Siegmund.
Derzeit gibt es in Brandenburg 199 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts. Die Samariteranstalten in Fürstenwalde zählen zu den 23, die bereits vor dem Ersten Weltkrieg ins Leben gerufen wurden. Die diakonische Stiftung gibt es seit 1911. Ihr Gründer, Pastor Albert Burgdorf, hat ihre Aufgabe einmal so beschrieben: "Zweck der Stiftung ist die Übung der Barmherzigkeit an Unmündigen und Elenden aller Art ohne Unterschied der Konfession." Zurzeit geben die Samariteranstalten mehr als 450 Menschen in unterschiedlichen Wohnbereichen Unterkunft und Verpflegung, aber vor allem Unterstützung und die Möglichkeit zu einem weitgehend selbstbestimmten Leben. Die Angebote richten sich vor allem an Menschen mit Behinderungen oder altersbedingten Einschränkungen.
Überhaupt haben Stiftungen im sozialen Bereich eine besonders lange Tradition. Die älteste in Brandenburg ansässige Stiftung, das St.-Georgen-Hospital zu Bernau (Barnim), wurde vermutlich im Jahr 1328 von der Tuchmacher- und Gewandschneidergilde als Pest-Hospital gegründet. Und auch die Stiftung Großes Waisenhaus zu Potsdam, die sich um die Förderung von sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen kümmert, ist eine der ältesten sozialen Stiftungen im Land. Sie wurde im Jahr 1724 gegründet.
Erst vor drei Jahren ging in Schönefeld (Dahme-Spreewald) eine kleine Stiftung an den Start, deren Zweck eher kurios anmutet, aber einen ernsten Hintergrund hat. Das Ehepaar Gisela und Uwe Wulff widmet sich der artgerechten Haltung von Graupapageien, wendet sich gegen Wildfang, Handaufzucht und Einzelhaltung. Augenarzt Uwe Wulff schwärmt von der Intelligenz der Tiere und ihrer Sprachbegabung. Nachteil sei, dass sie dadurch sehr beliebt als Haustier seien, aber oftmals nicht artgerecht gehalten würden und mitunter starke Verhaltensstörungen erlitten.
Die Graupapageien-Stiftung betreibt eine Musteranlage, die zurzeit von 14 Tieren bewohnt wird. Besucher können sich dort Anregungen holen, wie das Umfeld von Graupapageien gestaltet werden kann.