Wenn es an Zeit fehle, sich tiefgreifend mit den mehr als 50 Vorschlägen zur sogenannten Funktionalreform zu beschäftigen, schlägt Büttner Klausurtagungen oder eine Verlängerung der Laufzeit über Oktober 2013 hinaus vor. Andernfalls könne man die Arbeit auch gleich für beendet erklären. Auch der Städte- und Gemeindebund zeigte sich diese Woche empört, dass die Arbeit nicht zu Ende geführt werden soll.
SPD-Fraktionschef Ralf Holzschuher erklärte am Dienstag, man solle sich "jetzt nicht in Detaildiskussionen verzetteln". Seine Fraktion halte es nicht für sinnvoll, jetzt schon über die Aufgabenübertragungen zu reden, wenn die Entscheidungen doch erst in der nächsten Legislaturperiode getroffen werden. "Das wäre ein unnötiger Weg, der nur Unruhe schafft", schätzte Holzschuher ein. Er erwartet, dass die Enquetekommission stattdessen in der verbleibenden Zeit Vorschläge zu neuen Kreis- und Gemeindestrukturen unterbreitet. Das lehnen die Oppositionsfraktionen ab. Es mache keinen Sinn, über Kreisgrößen zu reden, wenn die Aufgaben der Verwaltungen nicht geklärt sind, lautet die einhellige Meinung.
Die CDU-Fraktion einigte sich am Dienstag auf einen Katalog von Aufgabenübertragungen. So sollten die Naturparks von den Kreisen verwaltet werden, der Nationalpark Unteres Odertal und die drei Biosphärenreservate dagegen in Landesverantwortung bleiben. Das Gleiche gilt auch für die Forstverwaltung. Auch die Schulaufsicht will die CDU beim Land belassen, den Kommunen aber Mitsprache bei der Auswahl von Schulleitern einräumen. Eine Kommunalisierung des Straßenbaubetriebes wird als kritisch bewertet. In den nächsten Wochen will die CDU sich intern über ihre Ideen zur künftigen Verwaltungsstruktur verständigen.
Christian Görke, Fraktionschef der Linken, betonte, dass seine Abgeordneten auch konkrete Vorstellungen zur Funktionalreform erarbeitet haben. Allerdings sollen diese nicht der Öffentlichkeit mitgeteilt werden. Zur Kreisstruktur sagte Görke: "So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben."