Rostock (dapd) Rostocker Einwohner haben am Samstag an eines der Mordopfer der rechtsextremen Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) erinnert. Mehmet Turgut wurde vor acht Jahren, am 25. Februar 2004, in einer Imbissbude in der Stadt erschossen. Am damaligen Tatort im Stadtteil Toitenwinkel, an dem heute kein Imbisslokal mehr steht, wurden Blumen niedergelegt. Die etwa 150 Teilnehmer der Kundgebung verharrten in schweigendem Gedenken. Die Polizei verhinderte offenbar Störungen durch Rechtsextreme.
Es rufe immer noch Wut und Betroffenheit hervor, dass die Mordserie mit rassistischem Hintergrund jahrelang als Blutfehde kleingeredet worden sei, sagte eine Sprecherin der Veranstalter. Jetzt bestehe die Hoffnung, dass die Gefahr, die von der Neonazi-Szene ausgehe, ernst genommen werde.
Der NSU wird für Turguts Tod und die Morde an acht weiteren türkisch- und griechischstämmigen Unternehmern und einer Polizistin verantwortlich gemacht. Turgut war dabei in den Opferlisten des Bundeskriminalamtes jahrelang als sein Bruder Yunus geführt worden. Den Ermittlungen zufolge hatte sich Mehmet illegal in Deutschland aufgehalten und bei der Einreise die Identität seines Bruders angenommen.
Die Polizei teilte mit, etwa 20 bis 30 Vermummte hätten sich etwa 400 Meter von der Kundgebung entfernt aufgehalten. Einige seien mit Schlagwerkzeugen bewaffnet gewesen. Als die Beamten sie ansprachen, sei ein Polizist mit einer Eisenstange am Knie verletzt worden. Die Verdächtigen seien geflohen. Die Polizei habe ein Zusammentreffen mit Kundgebungsteilnehmern verhindert. Später seien neun Personen mit Sturmhauben und Schlauchschals festgestellt worden, die der rechten Szene zuzuordnen seien.
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