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Branchenpionier Solarworld kämpft ums Überleben

Bonn (dpa) Lange galt Frank Asbeck als der "Sonnenkönig" vom Rhein: Der Gründer und Vorstandschef von Solarworld war ein Pionier der Branche. Aktionäre konnten viel Geld mit dem Bonner Unternehmen verdienen - bevor die Krise kam und der Kurs in sich zusammensackte.

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  In Schieflage geraten: Der deutsche Branchenprimus Solarworld muss die Schulden kräftig reduzieren. © dpa

Seit der Pflichtmitteilung vom Donnerstagabend ist klar: Die Luft ist dünn geworden für Solarworld. Der deutsche Branchenprimus kämpft ums Überleben. Aber Pleitegefahr bedeutet das nach Auskunft Asbecks nicht, es gehe jetzt um Schuldenreduzierung. Gläubigern drohen heftige Verluste. Die von einem möglichen Schuldenschnitt betroffenen Anleihen brachen am Freitag ein - ebenso der Aktienkurs.

Die Krise in der einstigen Aufbruchbranche durch Überproduktion und Preisdruck fordert Zug um Zug ihre Opfer. Da halfen auch die staatlichen Subventionen nicht, mit denen die Solarenergie in Deutschland - zulasten der Stromkunden - gefördert wurde. Vor allem der von China forcierte harte Wettbewerb mit einem Preisverfall bei Solarprodukten brachte die Unternehmen in Bedrängnis.

Solarworld musste auf dem deutschen Markt der Konkurrenz aus Fernost immer mehr das Feld überlassen. Asbeck warf der chinesischen Solarbranche immer wieder vor, eine "ruinöse Abwärtsspirale" in Gang gesetzt zu haben. Dies sei nur mit staatlicher Hilfe möglich. Die USA und die EU wollen China mit Strafzöllen und Dumping-Beschwerden wieder in die Schranken weisen. Die Aussichten der EU-Beschwerde sind zweifelhaft.

"Auch bei einem möglichen Erfolg der Anti-Dumping- und Anti-Subventionsbeschwerde ist nicht zu erwarten, dass Solarworld von den Chinesen Marktanteile zurückgewinnen wird", sagt Branchenanalyst Wolfgang Hummel vom Zentrum für Solarmarktforschung in Berlin. In den USA hätten die dort eingeführten Anti-Dumping-Zölle, die eine Kostenbelastung für chinesische Anbieter bedeuten, für Solarworld keine Vorteile gebracht .

Auch die US-Solarhersteller kämpfen mit hohem Konkurrenzdruck. Es gab mehrere Pleiten. US-Branchenprimus First Solar hat seine Produktion in Frankfurt (Oder) zum Jahreswechsel dichtgemacht. 1200 Beschäftigte sind betroffen.

Das Geschäftsmodell von Asbeck sei nicht zukunftsfähig, weil die Fertigung am deutschen Standort zu teuer sei, erläutert Analyst Hummel. Solarworld hat Produktionsstätten im sächsischen Freiberg und in den USA.

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