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Leipziger Internetfirma steht im Verdacht des illegalen Adresshandels

Erneut Durchsuchungen bei Unister

Gegen die Leipziger Internetfirma Unister gibt es neue Vorwürfe.
Gegen die Leipziger Internetfirma Unister gibt es neue Vorwürfe. © Foto: dapd
dapd / 30.01.2013, 19:26 Uhr
Leipzig (dapd) Gegen die Leipziger Internetfirma Unister gibt es neue Vorwürfe. "Es hat heute weitere Durchsuchungen in Geschäftsräumen von Unister in Leipzig sowie bei Geschäftspartnern in Potsdam und Bayern gegeben", sagte der Sprecher der sächsischen Generalstaatsanwaltschaft, Wolfgang Klein, am Mittwoch der Nachrichtenagentur dapd. Anlass sei der Verdacht des unerlaubten Adresshandels mit Millionen von Flugreisedatensätzen. Außerdem gebe es den Verdacht von irreführenden Preisangaben auf den Unister-Reiseportalen.

40 Beamte und 4 Staatsanwälte durchsuchten demnach insgesamt sechs Büros. Vier davon waren Unister-Räume in Leipzig, die anderen Büros von Geschäftspartnern der Internetfirma. Gegen die Partner werde allerdings nicht ermittelt, sondern ausschließlich gegen Unister, hieß es.

Der sächsische Datenschutzbeauftragte hatte laut Klein eine Strafanzeige wegen Verdachts des illegalen Verkaufs von Kundendaten an kommerzielle Adresshändler gestellt. Unister hätte in den vergangenen Jahren ohne Wissen und Einverständnis die Adressen von Flugreisekunden verkauft und damit mehrere Millionen Euro erlöst.

Außerdem habe die Staatsanwaltschaft wegen Verdachts sogenannter systematischer Streichpreise auf Unister-Reiseportalen die Ermittlungen aufgenommen. "Dem Kunden wurde suggeriert, dass sie einen billigeren Preis für eine Reise zahlen, indem ein teurerer durchgestrichen wurde", sagte Klein. Allerdings habe es den teureren Preis nie gegeben.

Die Staatsanwaltschaft habe bei ihren bisherigen Ermittlungen einen Algorithmus entdeckt, mit dem derartige höhere Preise ausgerechnet wurden, ohne dass für Dritte ein System erkennbar wird. Solche irreführenden Preisangaben seien verboten.

Unister will an der Aufklärung der Vorwürfe mitarbeiten. "Uns ist die Aufklärung aller Fragen sehr wichtig. Das sollte so schnell wie möglich erfolgen. Deshalb unterstützen wir die Arbeit der sächsischen Behörden nach Kräften", erklärte Unister-Sprecher Konstantin Korosides. Zu den übergebenen Unterlagen hätten Aktennotizen und Korrespondenzen gehört, die im Zusammenhang mit dem Storno- und Umbuchungsschutz sowie dem Datenschutz stehen. "Die Übergabe der Unterlagen erfolgte im Rahmen von Nachuntersuchungen in den Räumen von Unister in Leipzig", sagte der Sprecher.

Seit einer ersten Razzia im Dezember steht das Unternehmen im Mittelpunkt von staatsanwaltlichen Ermittlungen. Unister mit Portalen wie ab-in-den-urlaub.de und fluege.de wird verdächtigt, unerlaubt über seine Reiseportale im Internet Versicherungen verkauft und Steuern hinterzogen zu haben. Unister weist die Vorwürfe zurück. Auch ermittelt der sächsische Datenschutzbeauftragte wegen möglicher Sicherheitslücken im Zahlungsverkehr.

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