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326 Unternehmen 2012 unterstützt

Bürgschaftsbank rechnet mit Abkühlung

Hajo Zenker / 30.01.2013, 20:52 Uhr
Potsdam (MOZ/dpa) Die Bürgschaftsbank Brandenburg hat 2012 insgesamt 326 Firmen mit einer Kreditabsicherung von 84 Millionen Euro unterstützt. Damit seien Investitionen von 177 Millionen Euro ausgelöst und 4900 Jobs gesichert oder geschaffen worden.

Die Bürgschaftsbank Brandenburg rechnet für 2013 mit einer gedämpften Entwicklung. Zwar erweise sich der Mittelstand des Landes "als erfreulich stabil", aber man müsse "davon ausgehen, dass die Euro-Krise, die bislang noch wenig Effekt gezeigt hat, sich deutlicher niederschlagen wird", erklärte Geschäftsführer Milos Stefanovic, am Mittwoch in Potsdam. Bei den Existenzgründungen sei bereits Zurückhaltung zu verzeichnen. Wichtiger würden hingegen die Angebote zur Sicherung der Nachfolge in Unternehmen.

Die Bürgschaftsbank als Selbsthilfeeinrichtung der mittelständischen Wirtschaft - das Institut gehört Kammern, Wirtschaftsverbänden und in Brandenburg tätigen Kreditinstituten - hilft, wenn bankübliche Sicherheiten zur Finanzierung von Krediten fehlen. Die Firmen dürfen nicht mehr als 250 Mitarbeiter haben. Der Umsatz muss unter 50 Millionen Euro und die Bilanzsumme unter 43 Millionen Euro liegen.

Die Bürgschaftsbank hilft Mittelständlern, wenn Hausbanken das Konzept eines Unternehmens zwar für gut befinden, es aber an banküblichen Sicherheiten fehlt. 80 Prozent eines Kredites, der (neu ab 2013) bis zu 1,5 Millionen Euro betragen darf, werden so abgesichert. Was der Hausbank die Entscheidung für ein Darlehen sehr erleichtert.

Es geht aber auch andersherum. Mit dem Bürgschaft ohne Bank getauften Produkt kann die Firma direkt zur Bürgschaftsbank kommen. Und wenn die das Konzept für überzeugend hält und eine Absicherung zusagt, sucht man sich eine Bank. Bei dieser Variante geht es um Summen bis 400 000 Euro.

Wer lediglich bis zu 100 000 Euro braucht, kann sich um einen Sofortkredit bemühen - die Entscheidung darüber, wird versichert, fällt in maximal zehn Tagen. Um deutlich höhere Summen geht es beim 2012 für zunächst ein Jahr neu eingerichteten und jetzt verlängerten Landesbürgschaftsprogramm für den Mittelstand, das die Bürgschaftsbank abwickelt. Kredite von bis zu zwei Millionen Euro werden hier abgesichert. Denn die Kundschaft sei mit den zuvor möglichen Summen häufig nicht mehr ausgekommen. Auch eine Folge des Wachstums der Brandenburger Wirtschaft.

Im Vorjahr wurden alles in allem 326 Bürgschaften (2011: 335) vereinbart, die Investitionen von 177 Millionen (2011: 218 Millionen) Euro ermöglichten. Etwa 4900 (5700) Arbeitsplätze entstanden neu oder wurden gesichert. Mit knapp 30 Prozent gingen die meisten Bürgschaften in die Industrie.

Die regionale Verteilung verläuft nach Ansicht des Geschäftsführers proportional zur Wirtschaftskraft: Westbrandenburg kam auf 190 (2011: 192) Firmen mit 45 (50) Millionen, der Süden auf 75 (83) mit 20 (18) Millionen und Ostbrandenburg auf lediglich 61 (60) Unternehmen mit 19 (13) Millionen. Wobei die Bank hervorhebt, dass im Süden und Osten das Kreditvolumen merklich zulegte.

Insgesamt habe das 1991 gegründete Institut in 21 Jahren Investitionen von 3,6 Milliarden Euro ermöglicht und so 108 000 Arbeitsplätze gesichert oder geschaffen.

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