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Eine deutscheKommission und die Ewigkeit

Andrè Bochow
Andrè Bochow © Foto: Heinz Köhler
André Bochow / 22.05.2014, 22:02 Uhr - Aktualisiert 09.10.2017, 08:17
Berlin (MOZ) Kann man sich vorstellen, dass irgendwer vor einer Million Jahren die Verantwortung für unser Leben und unserer Gesundheit hätte übernehmen können? Der Homo erectus konnte immerhin aufrecht gehen, Feuer machen und jagen. Aber schon die Aufgabe, mit dem Rohstoff Holz schonend umzugehen, hätte den Homo erectus hoffnungslos überfordert. Es überfordert ja noch heute die Menschen.

Doch der moderne Homo Sapiens scheint zu glauben, er könne für nachfolgende Generationen Sicherheit gewährleisten und zwar nach deutschem Recht - eine Million Jahre lang. Jedenfalls wenn es um hochradioaktive Abfälle geht. Gesucht wird ein Endlager, das bis in das Jahr 1002014 die Biosphäre nicht beeinträchtigt. Klingt irre, ist aber die unausbleibliche Folge der Kernkraftnutzung. Und nun nehmen sich dreiunddreißig Deutsche zwei Jahre Zeit, um Kriterien für die Endlagersucher festzulegen. Der Bundestagspräsident nennt das Vorhaben komplex. 2050, so die optimistischsten Annahmen, könnte im Endlager eingelagert werden. Also in reichlich 35 Jahren. So lange hat auch der Kampf um Gorleben bislang gedauert. Angesichts des aberwitzigen Planes, den strahlenden Müll menschlichen Größenwahns für eine emotional nicht fassbare Zeitspanne zu sichern, sind siebzig Jahre Endlagersuche natürlich ein Klacks.

Sicher, es ist gut, wenn ergebnisoffen gesucht wird. Und wenn Wissenschaftler, Politiker und Umweltverbände tatsächlich gemeinsam agieren sollten, dann wäre das ein Fortschritt. Selbst wenn am Ende alles noch länger dauern sollte, als geplant. Es muss ja die bestmögliche Lösung für die Zukunft her. Denn auch wenn natürlich niemand vorhersehen kann, was Hunderttausende Jahre später auf diesem Planeten oder in ihm geschieht, es gibt zum Endlager nur eine Alternative: Immer weiter zwischenlagern. Die entsprechenden Risiken inklusive.

Es ist nun in diesen Tagen viel von Vertrauen die Rede, das innerhalb der Kommission geschaffen werden müsse. Das spricht für Misstrauen. Kein Wunder nach den erbitterten Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre. Was jedoch viel schlimmer ist: Anderswo hält man ungerührt an der Kernkraft fest. Dabei gibt es weltweit kein einziges Endlager. Es ist zum Verzweifeln.

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Christoph 23.05.2014 - 18:44:13

wenn man damit ein Problem hat

dann mache keine Faxen wenn du um die gesundheit deiner selbst und der Kinder u, Kindeskinder besorgt bist. du hast alle mittel dich dagegen zu wehren wenn man aber danach trotzdem immer noch häppchen ist und in den sessel furzt und sagt " schlimm" dann wird das nie etwas.

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