Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Der Sommer wird wechselhaft

Draußen wird's nass - na und? Christoph, Mia, Jannis, Mika, Lena und Justin zeigen, dass sie auch im Regen richtig viel Spaß haben können. Es wäre ja auch schade, wenn die farbenfrohen Schirme die ganze Zeit in der Ecke stehen müssten.
Draußen wird's nass - na und? Christoph, Mia, Jannis, Mika, Lena und Justin zeigen, dass sie auch im Regen richtig viel Spaß haben können. Es wäre ja auch schade, wenn die farbenfrohen Schirme die ganze Zeit in der Ecke stehen müssten. © Foto: FOTO Michael Benk
Caroline Reul / 27.06.2014, 07:32 Uhr
Frankfurt (MOZ) Was ist dran an der Bauernregel um den Siebenschläfer? Erwarten uns wirklich sieben Wochen Regen, wenn wir heute schlechtes Wetter haben? Der Stadtbote fragte nach beim Wetterexperten Hans-Joachim Knußmann und erfuhr auch gleich, wie der Sommer wirklich wird.

"Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt", "Ist der Siebenschläfer nass, regnet's ohne Unterlass" oder "Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne" - das sind nur drei von unzähligen Bauernregeln, die sich rund um den heutigen Siebenschläfertag drehen.

Sie alle besagen im Grunde das Gleiche: Wie das Wetter heute ist, so soll es auch in den kommenden sieben Wochen werden. "Das ist ehrlich gesagt völlig unbrauchbar", lautet das harte Urteil des Frankfurter Meteorologen Hans-Joachim Knußmann. Eine Erklärung hat er dafür natürlich auch.

Die Bauernregel an sich stammt bereits aus dem 16. Jahrhundert. "Seitdem gab es ja aber die gregorianische Kalenderreform. Wenn überhaupt, müsste jetzt der 7. Juli als Indikator gelten. Aber auch das klappt nicht", sagt der Experte. Wer die Wetteraufzeichnungen aus den vergangenen etwa 100 Jahren zurückverfolgt, wird feststellen, dass die Chancen etwa bei 50 zu 50 liegen.

Stattdessen, sagt er, ist es so, dass sich aus der Wetterlage zwischen dem 25. Juni und dem 5. Juli ungefähr ablesen lässt, wie der Sommer aussehen wird. "Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass das Wetter in den folgenden Monaten so wird wie in diesen zehn Tagen, liegt bei 80 Prozent" erklärt Hans-Joachim Knußmann. "Daraus können wir also schließen: das Wetter in den nächsten Wochen wird wechselhaft bleiben. Denn am Mittwoch hatten wir Regen, Donnerstag war und heute ist es sonnig, aber am Wochenende soll es wieder schlechter werden."

Verantwortlich dafür ist die Westwetterlage. "Vom Atlantik kommt nichts Gutes", lautet die Faustregel des Experten. "Es strömen also Tiefdruckgebiete aus Richtung Schottland zu uns, die nur durch kleinere Hochdruckgebiete unterbrochen werden, die mal ein, zwei Tage Sonnenschein bringen." Einen schönen, warmen Sommer gibt es nur dann, wenn stattdessen Hochdruckgebiete aus Ost- und Nordeuropa zu uns ziehen - was vorerst nicht der Fall ist. "Aber die Chance auf ein paar heiße Tage in der zweiten Hälfte im August haben wir allemal noch", tröstet der Meteorologe.

Und wie kommt nun eigentlich der Siebenschläfertag zu seinem Namen. "Das Nagetier hat damit gar nichts zu tun", stellt Hans-Joachim Knußmann gleich klar. "Es existiert eine Legende: Sieben Jünglinge sollen einstmals in einer Felsengruft lebendig eingemauert worden sein. Sie sind allerdings nicht gestorben, sondern nach fast 200 Jahren am 27. Juni wieder aufgewacht." Das war im Jahr 446 nahe Ephesos. Lang also, bevor die Bauernregel entstand. Dass der Siebenschläfer dann zum Tag der Entscheidung wurde, war eher Zufall. "Aber irgendwann muss da ja jemand aus der Beobachtung heraus erschlossen haben, dass sich ungefähr zu dieser Zeit das Sommerwetter entscheidet", sagt der Experte. "Und Volksglauben hält sich nun mal."

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG