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Flüchtlinge entscheiden sich häufig gegen Berufsausbildung

Asylbewerber Hamza Ahmed (l.) aus Somalia arbeitet für die Firma Reuther STC GmbH im brandenburgischen Fürstenwalde.
Asylbewerber Hamza Ahmed (l.) aus Somalia arbeitet für die Firma Reuther STC GmbH im brandenburgischen Fürstenwalde. © Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
dpa-infocom / 20.03.2017, 15:57 Uhr
Berlin (dpa) Viele Flüchtlinge wollen laut einer Studie lieber mit Helfertätigkeiten schnell Geld verdienen als erst einmal eine Lehre zu machen. Damit steige das Risiko, dass sie im Niedriglohnsektor verharren, warnte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

«Man muss aufpassen, dass sich das nicht verfestigt», sagte die Ausbildungsexpertin des arbeitgebernahen Instituts, Regina Flake. Es sei notwendig, mehr für die duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule zu werben, Ausbildungsbetriebe besser zu beraten und die berufsbezogene Sprachförderung weiter auszubauen.

Nach der Umfrage unter rund 1000 Unternehmen hat jeder vierte Betrieb in den vergangenen drei Jahren Flüchtlinge beschäftigt, im Handwerk jeder dritte. Häufig handele es sich dabei um Praktika. Neun von zehn dieser Firmen sähen die Flüchtlinge als Bereicherung und würdigen ihre Motivation und Einsatzbereitschaft. Ebenso viele betrachteten jedoch die mangelnden Deutschkenntnisse als Hindernis. Drei Viertel der befragten Unternehmen sähen noch Nachholbedarf bei Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.

Zu früheren Hoffnungen, Flüchtlinge würden den Fachkräftemangel beheben, sagte Institutsdirektor Michael Hüther: «Bei den blühenden Landschaften hat es auch etwas länger gedauert.» Bis ein Flüchtling arbeitsmarktfähig sei, könnten vier bis fünf Jahre vergehen.

Kommentare

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Norbert Wesenberg 21.03.2017 - 17:37:02

Der Aha Effekt

Noch am 15.01. dieses Jahr verkündete das gleiche Institut "Studie: Mehr Wirtschaftswachstum durch Flüchtlinge". Nun kommt die Ernüchterung: "Flüchtlinge entscheiden sich häufig gegen Berufsausbildung". Das Ergebnis zeigt überdeutlich, das die Mehrheit der Flüchtlinge entweder nicht mit Bleibeabsichten gekommen sind, oder glauben mit völlig falschen Vorstellungen den Sprung aus dem Mittelalter ihrer Herkunftsländer in ein modernes Industrieland machen zu können. So wird das jedenfalls nichts wenn nur Milliarden von Steuergeldern für die Integration sinnlos verballert werden. Vielleicht findet sich mal jemand der den Flüchtlingen das begreiflich macht. Allein schwarz-rot-grüne humanitäre Gefühlsduseleien allein helfen wohl hier nicht weiter. Vom verkündeten Grundsatz des Fördern und Fordern ist man nach dem Ergebnis jedenfalls meilenweit entfernt.

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