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Papier stützt Vorwürfe zu Aktenmanipulation in der Polizei

Neues Dokument zum Fall Amri

Der Sonderbeauftragte des Berliner Senats im Fall Anis Amri, Bruno Jost
Der Sonderbeauftragte des Berliner Senats im Fall Anis Amri, Bruno Jost © Foto: dpa
Maria Neuendorff / 19.06.2017, 18:44 Uhr
Berlin (MOZ) Die Vorwürfe zur Aktenmanipulation im Fall des Terroristen Anis Amri verfestigen sich. Der Sonderermittler zum Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz hat ein neues Dokument entdeckt, das die Vorwürfe der Fälschungen durch einen Polizeibeamten stützt, berichtete Bruno Jost am Montag im Abgeordnetenhaus. Es handelt sich dabei um eine Strafanzeige in den Unterlagen des Landeskriminalamtes, die am 2. Januar 2017 erstellt worden sei. Das Dokument, das möglicherweise nur ein Entwurf sei, enthalte konkrete Vorwürfe gegen Amri und Komplizen wegen Drogenhandels. Die Inhalte deckten sich weitgehend mit dem großen Bericht vom 1. November 2016 zum "gewerbsmäßigen Drogenhandel" des Attentäters, so Jost.

"Spätestens Anfang November hätten diese 73 Seiten den Weg zur Staatsanwaltschaft finden sollen und müssen", betonte der unabhängige Ermittler. Diese hätte aufgrund des Drogenhandels einen Haftbefehl gegen Amri ausstellen können. Der Tunesier hatte am 19. Dezember einen Lastwagen entführt und in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gesteuert. Dabei starben elf Menschen.

Der Verfasser des Dokuments vom 2. Januar, als Amri schon tot war, sei der gleiche Kriminalpolizist, der auch den Bericht vom 1. November 2016 geschrieben habe, sagte Jost. Der spätere abgeschwächte Bericht, der Amri nur noch als Kleinkriminellen einstuft und heimlich zurückdatiert wurde, sei hingegen von einem weiteren Polizisten verfasst worden.

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