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André Bochow 17.07.2017 19:25 Uhr

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Zweikampf an der AfD-Spitze

Berlin (MOZ) Dass die AfD-Chefin Frauke Petry in ihrer eigenen Partei höchst umstritten ist, wurde in der jüngeren Vergangenheit deutlich. Nun erreicht das Zerwürfnis in der Parteiführung ein neues Niveau. Ihr Ko-Vorsitzender Jörg Meuthen kündigte eine Kampfkandidatur gegen Petry an.

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Schwächen sich gegenseitig: die AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen und Frauke Petry

© dpa

Jörg Meuthen redet sich auf seiner Facebook-Seite in Rage. "Dieser Frau ist schlicht nicht mehr zu helfen", schimpft der männliche Teil der AfD-Doppelspitze. Meuthen meint in diesem Fall Angela Merkel. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Denn mitten im Wahlkampf gefällt es dem früher so zurückhaltenden Vorsitzenden, die Schlacht gegen eine andere Frau zu eröffnen. Gegen seine Ko-Vorsitzende. "Für eine Doppelspitze mit Frauke Petry kann ich nicht zur Verfügung stehen", erklärt der Wirtschaftswissenschaftler aus Karlsruhe. Das gilt allerdings nicht sofort, sondern für den Parteitag. Der ist allerdings erst im Dezember. Dann aber werde er, sollte Petry wieder für den Vorsitz kandidieren, gegen sie antreten. Er könne allein oder im Duo die Partei weiterhin führen. Nur eben nicht zusammen mit Frauke Petry.

Deren Ehemann, der AfD-Landesvorsitzende von Nordrhein-Westfalen, Marcus Pretzell, macht via Twitter den Konkurrenten seiner Frau kurzerhand zum Gefolgsmann des umstrittenen Thüringer Landeschefs und mosert: "Höckes Prof. macht Wahlkampf; innerparteilichen versteht sich." Petry selbst findet, Meuthen würde "die Personaldebatte zur Unzeit und ohne Not" eröffnen. Ausnahmsweise bekommt sie prominente Unterstützung. Die Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl, Alexander Gauland und Alice Weidel, zeigen offen ihren Unmut. Weidel fordert die Parteifreunde dazu auf, sich wieder dem eigentlichen Wahlkampf zuzuwenden. Trocken teilt sie mit: "Wer sich langweilt, kann gern bei mir vorbeikommen und Flyer mitnehmen."

Petry, die in später Anerkennung der Stimmung in der AfD auf eine Kandidatur als Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl verzichtet hatte, gerät in der Partei immer mehr unter Druck. Hätte sie nur Jörg Meuthen gegen sich, der ihr die Einmischung in baden-württembergische Angelegenheiten nicht verzeiht, könnte sie ruhiger schlafen. Doch Petry hat viele Gegner. Der Kreisverband Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hatte sie für die Bundestagswahl nominiert, wollte Petry dann aber die Nominierung wieder entziehen. Der Grund: Petry wünschte den Parteiausschluss der Rechtsausleger Björn Höcke und Jens Maier. Der Antrag gegen Petry wurde immerhin abgelehnt. Dafür verbünden sich Pegida und AfD immer stärker. Pegida aber will eine AfD ohne Petry.

Eine gerade veröffentlichte Studie der Otto Brenner Stiftung sieht seit 2016 "heftige Macht- und Lagerkonflikte zwischen Frauke Petry und ihren Gegnern". Die AfD sei politisch weiter nach rechts gerückt. "Neben restriktiven Forderungen im Bereich der Asyl- und Migrationspolitik, einer pauschalisierenden Kritik von Islam und Muslimen sowie einer teils traditionalistisch-reaktionären Familienpolitik zeichnet sich in verschiedenen Politikfeldern immer deutlicher ein Primat des Nationalen ab." Trotz aller Turbulenzen "könnte der AfD aber der Sprung in den Bundestag gelingen". Auch wenn die Aussichten nicht mehr ganz so rosig sind.

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