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Partei künftig nur mit einem Chef? - Vorsitzender Meuthen skeptisch

AfD-Bundeschef Jörg Meuthen
AfD-Bundeschef Jörg Meuthen © Foto: dpa
dpa / 09.11.2017, 15:36 Uhr
Berlin (dpa) Frauke Petry hat der AfD Ende September den Rücken gekehrt, seither ist Jörg Meuthen alleiniger Parteichef. Bald sind Vorstandswahlen, bisher hat nur er den Hut in den Ring geworfen. Spekulationen über einen Alleingang tritt er aber entgegen.

AfD-Chef Jörg Meuthen glaubt nicht, dass er die rechtsnationale Partei auch künftig weiter alleine führen wird. "Eine Doppelspitze war immer gute Tradition unserer Partei", sagte Meuthen am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Wie aus AfD-Kreisen verlautete, wollen Delegierte beim Bundesparteitag in Hannover am 2. Dezember einen Antrag auf Abschaffung der Doppelspitze stellen. Dem Vernehmen nach unterstützen sie Meuthens Kandidatur.

Meuthen ist alleiniger Parteichef, seit die Co-Vorsitzende Frauke Petry der AfD Ende September den Rücken gekehrt hatte. Außerdem ist er Vorsitzender der AfD im Stuttgarter Landtag. Diesen Posten will er abgeben und als Nachrücker für Beatrix von Storch ins EU-Parlament wechseln. Von Storch war in den Bundestag gewählt worden.

Meuthen beteuerte, er selbst habe nichts mit dem Vorstoß zu tun, die Doppelspitze abzuschaffen. "Anträge auf dem Parteitag kann jeder stellen. Ich halte es aber für wenig wahrscheinlich, dass Änderungsanträge zur Satzung die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit erhalten", sagte er.

Eine gemeinsame Kandidatur mit einem Parteikollegen, so wie beim letzten Parteitag, als sich Alexander Gauland und Alice Weidel zusammen zum Spitzenduo für die Bundestagswahl hatten küren lassen, schloss Meuthen aus. Er sagte: "Ich werde bis zum Parteitag natürlich keine Präferenz für bestimmte Personen äußern." Es stehe ihm auch nicht zu, "etwas oder jemanden durchboxen zu wollen".

Der Berliner AfD-Fraktionschef Georg Pazderski forderte: "Die Strömungen unserer Partei sollten auch in der Führungsspitze vertreten sein." Auch Gauland war dem Modell mit zwei Vorsitzenden bisher eher zugeneigt.

Meuthen sagte dazu, die Mehrheit der AfD-Mitglieder gehöre weder dem rechtsnationalen Flügel noch der als gemäßigt geltenden Alternative Mitte an. "Ich hoffe, dass die Mitglieder mich in der Mitte der Parteien sehen, mit einer Haltung, die patriotische, liberale und konservative Elemente beinhaltet", fügte er hinzu.

Dass Meuthen sein Mandat in Baden-Württemberg noch eine Zeit lang behalten will, hat in der Partei für Kritik gesorgt. Meuthen betonte: "Ich werde mein Landtagsmandat so bald wie möglich niederlegen." Ihm sei aber ein "geordneter Übergang" wichtig.

Rückendeckung erhielt Meuthen vom amtierenden AfD-Landeschef in Sachsen, Siegbert Droese. Er sagte, Meuthens Wechsel ins Europäische Parlament sei eine "gute und strategisch wertvolle Entscheidung für die Gesamtpartei". Droese ist Mitglied des Flügels um den Thüringer Rechtsaußen Björn Höcke.

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