Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Besorgt über Debatte zu Braunkohleverstromung

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU, l) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchen die Grube Niederschlag.
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU, l) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchen die Grube Niederschlag. © Foto: dpa
dpa / 14.11.2017, 15:34 Uhr
Berlin (dpa) Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat sich in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) besorgt über die Ausstiegsdebatte aus der Braunkohleverstromung geäußert. "Unsere Stabilität in der Energieversorgung wird fahrlässig riskiert, wenn Gutachten wie das der Agora Energiewende suggerieren, die Versorgungssicherheit könnte auch ohne Braunkohleverstromung in jedem Fall gewährleistet werden", heißt es in dem Schreiben vom Montag, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Diese Aussagen beruhen auf nicht haltbaren Annahmen."

Einer Studie der Denkfabrik Agora Energiewende zufolge würde das Abschalten der 20 ältesten Braunkohlekraftwerke, wie dies die Grünen fordern, die Stromversorgung nicht gefährden. Deutschland würde sich dadurch nicht von Stromimporten abhängig machen, es müsste lediglich seine Stromexporte reduzieren, hatte die "Bild"-Zeitung berichtet.

Tillich schrieb nun an die Kanzlerin: "Zum einen wird in der Debatte oft unterstellt, zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit könne einfach im Bedarfsfall Strom von unseren europäischen Nachbarn importiert werden. Tatsächlich ist es jedoch so, dass für den deutschen Strommarkt insgesamt nach 2020 ein Leistungsbilanzdefizit erwartet werden muss." Bereits jetzt seien Länder wie Frankreich oder Großbritannien auf Stromimporte angewiesen. Diese und andere Länder würden in europaweiten Spitzenlastzeiten keinen Strom zur Verfügung stellen können.

"Zum anderen werden in dem Gutachten potenzielle Produktionsmengen systematisch überschätzt, während der Strombedarf methodisch unterschätzt wird." Agora gehe von einer bis 2023 gleichbleibenden Spitzenlast aus. Dies widerspreche aller Erfahrung. Tillich schloss mit der Warnung, "die Versorgungssicherheit in Deutschland auf Basis interessengeleiteter Gutachten zu riskieren".

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG