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Alte Segelschiffe und Dampfer von neuer Verordnung betroffen

Traditionsschiffe in Rostock
Traditionsschiffe in Rostock © Foto: dpa
dpa / 14.11.2017, 20:00 Uhr
Rostock/Kiel/Berlin (dpa) Viele alte Segelschiffe und Dampfer in Deutschland werden nach Befürchtung der Betreiber bald nicht mehr auslaufen können. Grund ist eine neue Sicherheitsverordnung für Traditionsschiffe. Sie tritt trotz heftiger Proteste am 1. Januar in Kraft und legt unter anderem Vorgaben für bauliche Beschaffenheit, Brandschutz und Ausrüstung mit Rettungsmitteln fest.

Wie der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU) am Dienstag in Berlin sagte, wolle er die Traditionsschifffahrt in Deutschland erhalten. "Um das zu erreichen, brauchen wir ein hohes Maß an Sicherheit für Besatzung und Passagiere."

Die Betreiber von Traditionsschiffen befürchten dagegen, dass die umfangreichen Bauvorschriften und die kostspielige Ausbildung von Crewmitgliedern nicht finanzierbar seien. Der Betrieb der Schiffe werde unrentabel. Ein Teil der Schifffahrtsgeschichte sei in Gefahr.

Schmidt betonte, die neue Verordnung sei eine "atmende" Vorschrift. Sie werde in regelmäßigen Abständen mit den Vereinen und Verbänden der Traditionsschifffahrt überprüft bei Bedarf angepasst. Schiffe, die bis Ende des Jahres ein Sicherheitszeugnis für Traditionsschiffe erhalten haben, hätten Bestandsschutz. "Kein Schiff wird durch die Verordnung an die Kette gelegt", hieß es. Für strittige Fragen werde eine Ombudsstelle eingerichtet. Auch gebe es ein Förderprogramm.

Der Vizechef des Dachverbands der deutschen Traditionsschiffe, Nikolaus Kern, zeigt sich enttäuscht von der Entscheidung des Ministeriums. "Es ist unerhört, dass so etwas von einer geschäftsführenden Regierung unterschrieben wird." Das Ministerium hätte sich zudem über den Willen des Bundesrats gesetzt, der Gespräche zwischen Ministerium und Schiffsbetreibern gefordert habe.

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