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12.07.2010 17:23 Uhr - Aktualisiert 12.07.2010 17:40 Uhr

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Technik für den vernetzten Feuerwehrmann

Frankfurt (Oder) (moz) Hitze, giftige Gase, dichter Qualm: Feuerwehrleute leben gefährlich. Überwachungstechnik, die am Institut für innovative Mikroelektronik IHP in Frankfurt (Oder) erforscht wird, soll das Risiko für die Rettungskräfte vermindern.

  © MOZ

„FeuerWhere“ heißt die Neuentwicklung. Sie war am Montag ein Thema auf einer Veranstaltung „Wissenschaft und Wirtschaft“ am IHP. Das Institut will durch seine Innovationen auch Arbeitsplätze oder Ausgründungen von Firmen schaffen. Es hatte Studenten der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) eingeladen, in Frankfurt ihre Ideen für Unternehmen vorzustellen, die man mit Forschungsergebnissen aus dem IHP gründen könnte.

Das IHP entwickelt zum Beispiel Sensoren für Sicherheitstechnik bei der Feuerwehr. Das Institut arbeitet bei dem Projekt „FeuerWhere“ mit der Freien Universität Berlin und der Berliner Feuerwehr zusammen. Ziel der Kooperation sind funkende Überwachungsgeräte in den Schutzanzügen von Feuerwehrleuten. „Sie signalisieren, ob es dem Feuerwehrmann gut geht“, erläutert Prof. Peter Langendörfer vom IHP. Verschiedene Apparaturen messen Sauerstoffgehalt der Luft, Gase wie Methan und Kohlenmonoxid, Temperatur im Schutzanzug und außerhalb. Ein Detektor im Handschuh zeichnet außerdem den Sauerstoffgehalt des Blutes und die Pulsfrequenz auf. Alle diese Daten werden permanent elektronisch bewertet: Liegen sie im grünen Bereich, funkt das Gesundsheits-Überwachungs-System ein Mal pro Minute seine Daten an den Laptop des Einsatzleiters. Wird es kritisch, wird im Sekundentakt gemeldet.

Der Part des IHP bei dieser Innovation ist die Entwicklung von Software und Sensoren. Das sind Mini-Computer, die Daten von Temperatur- oder Gasmessgeräten zum Beispiel empfangen, analysieren und weiterfunken. Ein vernetzter Feuerwehrmann trägt sechs solcher Geräte, die in hitzebeständigen Gehäusen stecken und 900 Meter weit funken können. Sie sind etwa so groß wie ein Handy. „Wir wollen das kleiner kriegen“, sagt Peter Langendörfer. Das IHP ist dabei, verschiedene Komponenten – Prozessoren und Funkmodule – auf einem Chip zu integrieren. Im nächsten Jahr soll ein geschrumpfter Sensor vorliegen, der in die Kleidung eingearbeitet werden kann.

Die Technologie aus dem Feuerwehranzug ließe sich noch anders einsetzen. Wirtschafts-Studenten der BTU stellten Ideen für Firmen vor, die Gassensoren für Bergmänner und Kanalarbeiter herstellen oder Pollenmessgeräte für Allergiker bauen. Insgesamt 40 Studenten technischer und betriebswirtschaftlicher Studiengänge erhielten Einblicke in verschiedene Projekte des IHP und erarbeiteten Wirtschaftspläne für Unternehmen.

Ob der Feuerwehr-Sensor der Mikroelektroniker das Zeug zum Produkt hat, zeigt sich schon nächste Woche: Dann muss die Technik ihre Feuertaufe bestehen – bei einem Brand-Test.

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