Berlin (DDP) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) legt keinen Widerspruch gegen die Abbildung ihres Privatwohnhauses durch den umstrittenen Internetdienst „Google Street View“ ein. Merkel meine, ihr persönlicher Wohnsitz sei „ohnehin bereits ziemlich oft abgelichtet worden und bekannt“, sagte ihr neuer Sprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Sie begrüße allerdings, dass die Bürger die Möglichkeit des Widerspruchs hätten.
Der Internetkonzern Google will zum Jahresende flächendeckende Fotoaufnahmen der 20 größten deutschen Städte online stellen. Betroffene Bürger können der Veröffentlichung ihres Hauses oder ihres Fahrzeuges derzeit vier Wochen lang online widersprechen. Die Kanzlerin wohnt mit ihrem Ehemann Joachim Sauer nahe der Museumsinsel in Berlin-Mitte.
Eine Verlängerung der Widerspruchsfrist lehnte Google unterdessen ab. Das Fristende am 15. September sei notwendig, um genügend Zeit zur Unkenntlichmachung der einzelnen Häuser oder Personen zu haben, sagte eine Sprecherin am Montag der Nachrichtenagentur ddp. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) und der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hatten zuvor eine Verlängerung der Frist gefordert.
Eine Empfehlung wolle die Kanzlerin den Bürgern nicht geben, sagte der Sprecher. „Das muss jeder selbst entscheiden.“ Seibert verwies zugleich auf Umfragen, wonach ein großer Teil der Bürger mit dem umstrittenen neuen Dienst „kein Problem“ habe.
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