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Nichts ist unmöglich - wahrscheinlich aber <br> ist nur eine Lösung

G³nter Marx Foto: MOZ
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08.05.2009, 17:44 Uhr
() Prognosen, sagt der Spötter, seien besonders schwer, wenn sie sich mit der Zukunft beschäftigten. Bezogen auf die kommende Bundestagswahl heißt das: Betrachtet man die gegenwärtige Lage, so kann man zwar mit einigen Mutmaßungen operieren, Gewissheiten aber gibt es nicht.

Nimmt man zum Beispiel nur die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, ergibt sich ein verwirrendes Bild. Die Angst der Deutschen, sagen jüngste Umfragen, wachse. Zugleich aber bleibt das Konsumklima freundlich und die Menschen denken an den nächsten Urlaub.

Das kann sich natürlich rapide ändern. Muss es aber nicht. Auffällig jedenfalls ist, dass die Untergangspropheten derzeit kein politisches Kapital aus der Krise ziehen. Eine Mehrheit will offensichtlich nicht, dass die Schwarzseher Recht behalten, sondern dass Politik und Wirtschaft mit Lösungen aufwarten.

Es könnte sein, dass diese Erwartung Union und SPD enger zusammenbindet als ihnen lieb ist, auch wenn der Höhenflug der FDP zwischenzeitlich andere Möglichkeiten zu eröffnen schien; überraschend vielleicht, weil die Liberalen just reüssieren, da der Neoliberalismus als Übel schlechthin gilt.

Nun aber zeigt der jüngste Deutschland-Trend, dass es für Schwarz-Gelb als Alternative zur allseits ungeliebten Großen Koalition vielleicht dennoch nicht reichen könnte. Eine Lieblingsvorstellung im bürgerlichen Lager, seit Monaten scheinbar stabile Werte erzielend, schwindet dahin.

Das andere Lager - Rot-Rot-Grün - hat zumindest rechnerisch gleich gezogen. Nur, was heißt hier Lager? Nicht zu leugnen ist, dass es entsprechende Koalitionsüberlegungen gibt. Nicht absehbar ist allerdings (noch), wie diese inhaltlich stabil unterfüttert werden könnten.

Selbst die Fesseln angelegt haben sich die Grünen. "Jamaika" hat die Basis ausgeschlossen und der Parteispitze sogar das Wunschziel einer "Ampel" verwehrt. Man weiß, was man nicht will. Doch ist Rot-Grün relativ unwahrscheinlich und Rot-Rot-Grün hätte mit fundamentalen inneren Spannungen zu kämpfen.

Angesichts der Demoskopie und der großen Probleme spräche also einiges für eine Fortsetzung der Großen Koalition. Jeder spricht schlecht von ihr. Aber sie war, legt man die vergangenen vier Jahre zugrunde, stabil und handlungsfähig. Wahrscheinlich läuft es wieder darauf hinaus. Aber wer weiß.

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