Was ist daraus zu schlussfolgern? Zum einen, dass es innerhalb der EU kein funktionierendes Ausgleichssystem oder gar eine Kontingentierung bei der Aufnahme der Flüchtlinge gibt. Selbst bei denjenigen Einwanderern, die nachgewiesenermaßen über ein anderes sicheres Asylland nach Deutschland gekommen sind, gelingt es nur in den wenigsten Fällen, die Menschen dorthin zurückzuschicken. Das liegt natürlich unter anderem an den langen Asylverfahren in Deutschland, deren Abkürzung eine Notwendigkeit wäre.
Zum zweiten - und dies ist eigentlich ein sehr positiver Fakt - braucht sich die Bundesrepublik von niemandem vorwerfen zu lassen, dass es sich für Notleidende zu wenig engagiert. Auch bei der freiwilligen Aufnahme von Kriegsopfern und Verfolgten beispielsweise aus Syrien liegt Deutschland ganz vorn. Andererseits wäre es sicher notwendig, sich innerhalb der EU auf eine fairere Lastenverteilung zu einigen.
Drittens lässt sich der Schluss ziehen, dass eine aktive Außenpolitik, die zur Beilegung von Krisen führt, auch die Wirkung hat, dass weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Damit sind neben der klassischen Entwicklungshilfe vor allem auch wirtschaftliche Investitionen gemeint. Denn klar dürfte sein, dass Deutschland nicht noch sehr viel mehr Flüchtlinge aufnehmen kann.