„Beendet die unsinnige Debatte um eine Impflicht!“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jürgen Werner, warnt Politiker vor Aktionismus. „Wir dürfen nicht jeden Tag eine neue Sau durch Dorf treiben und so tun, als wäre alles andere erledigt“, kritisiert Werner bei „19 – die DUB Chefvisite“ - ein Videocast, der ab sofort von Montag bis Freitag auch auf MOZ.de live verfolgt werden kann.
Die aktuelle Diskussion „bis hin zum Berufsverbot“ erzeuge Unruhe beim Personal von Pflegeeinrichtungen, warnt der Mediziner. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe erneut betont, dass es keinen Impfzwang geben werde: „Ich hoffe, das Thema ist damit endlich durch“, so Werner. Der Mediziner fordert eine konsequente Umsetzung der Corona-Teststrategie. Wichtig sei auch die Einhaltung aller Hygienevorschriften in Senioreneinrichtungen.
Die Krankenhäuser sind aus Sicht des Klinikchefs durch die vielen Covid-Erkrankten weiter „hoch belastet“ – Entwarnung geben kann er nicht: Das RKI meldet mit bundesweit 19.600 Neuinfektionen 1636 Fälle mehr als am Mittwoch der Vorwoche. „Beunruhigend“ nennt Werner die Zahl von 1060 Toten binnen 24 Stunden in Verbindung mit dem Coronavirus. Das Uniklinikum Essen behandelt aktuell 115 Patienten wegen Covid-19, 48 davon auf der Intensivstation. Seit gestern ist dort ein weiterer Mensch im Zusammenhang mit dem Sars-CoC-2-Virus verstorben.

19 - die DUB Chefvisite am 13.01.2021 from JDB Media on Vimeo.

„Für Kleinstunternehmer ist die Lage katastrophal“: Der Steuerberater Stefan Buschmann, der für Klienten viele Anträge auf Staatshilfe ausgearbeitet hat, berichtet in der Sendung von „wirtschaftlichen Depressionen“ bei Solo-Selbstständigen, etwa Künstlern oder Messebauern. Sein Aufruf an Betroffene: „Gehen Sie zum Steuerberater, nutzen Sie alle staatlichen Möglichkeiten!“ Gelder würden fließen, wenn auch mit zwei oder drei Monaten Verzögerung.

Lethargie im Homeoffice durch Corona

Zunehmend lethargisch sind nach Einschätzung von Management-Berater Jens Vogt, Partner bei Heidrick Consulting, inzwischen auch viele Beschäftigte, die im Homeoffice arbeiten. Nach einer „Euphorie“ im ersten Lockdown „stellt sich nun Müdigkeit ein“, beobachtet der Experte. Manager müssten daher „mehr Stunden für Führungsarbeit“ und Mitarbeitermotivation aufwenden.

Videocast zur Corona-Krise

Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten. Am Donnerstag, den 14. Januar, als Talk-Gäste dabei: Nils Seebach, Spezialist für digitale Geschäftsmodelle, und Dirk Bamberger, CDU-Abgeordneter im hessischen Landtag. Start ist um 10 Uhr, mitmachen kann jeder via Zoom – einfach auf diesen Link klicken.
Mehr zu Corona und den Folgen in Brandenburg und Berlin gibt es auf unserer Themenseite.