Mittwoch, 17. September 2014
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30.01.13 17:51 Frankfurt (Oder)
Stillstand bei Bus und Straßenbahn

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27 Kommentare

01.02.2013 21:33:19

Carsten Thiele

Anmerkung zu den Kommentaren

Ich bewundere gerade die vielen Kommentare zu diesem Thema. Wie einer meiner Vorkommentatoren gesagt hat gibt es sehr viele Fahrgäste, die nur die negative Seite sehen. Es gibt kaum mal ein gutes Wort für unsere Fahrer, die jeden Tag; und das an 365 Tagen im Jahr eine gute Arbeit erledigen und eine Menge Verantwortung tragen. Das "Gästebuch" der Internetseite der SVF wurde seit Jahren als Beschwerdestelle genutzt (mit teilweise sehr beleidigenden Worten) und kaum treten die Mitarbeiter mal für 5 Stunden in einen Warnstreik, sind alle Fahrgäste hoch empört, wie man es sich erlauben kann mehr Gehalt zu fordern. Warum hacken jetzt alle auf diese (für Ihren Job wirklich zu gering bezahlten) Arbeitnehmer herum ? Beamte können viel eher in Pension gehen und bekommen durch Ihr hohes Gehalt auch eine ordentliche Pension. Ein Busfahrer soll aber bis 67 arbeiten und geht dann mit Mindestrente nach Hause. Sozial gerecht verteilt ?! Es gibt viele Beispiele aus der Wirtschaft die man hier nennen kann, aber bitte hört auf nur über unsere Mitarbeiter her zu ziehen. Im übrigen habe ich mit vielen Fahrgästen nach unserer Aktion gesprochen, der Großteil hatte dafür Verständnis und dafür danke ich unseren Fahrgästen. Heute fand der zweite Warnstreik in Potsdam statt und auch dort beteiligten sich 100 % der Mitarbeiter, es fuhr keine Bahn und auch kein Bus. Bitte verstehen Sie auch die Kollegen, wenn Sie mal einen nicht so guten Tag haben, aber schauen Sie auch einmal wie sich manche Fahrgäste in unseren Verkehrsmitteln verhalten. Und noch etwas, denken Sie wirklich Fahrpreiserhöhungen hängen nur mit den Lohnforderungen der Arbeitnehmer zusammen ? Wissen Sie eigentlich, wieviel Geld die SVF im Jahr für Vandalismusschäden (Haltestellen zerstört, Scheiben zerkratzt, Sitze herausgerissen) bezahlen muss ? Wenn sich einige dort an die Regeln halten würden, würden auch die Fahrpreise etwas geringer sein.
 Zuammenfassend noch einmal, die Forderung der Gewerkschaft verdi liegt im Gesamtvolumen bei 10 %, das heisst aber nicht 10 % mehr Gehalt. Hier spielen auch noch andere Faktoren eine Rolle, wie z.B. Reduzierung der Arbeitszeit etc. Wenn man das alles betrachtet, dürfte einer gerechten Forderung nichts im Wege stehen und die versuchen wir durchzusetzen.
 
 Carsten Thiele
 Vertrauenssprecher verdi
 bei der SVF Frankfurt (Oder)

01.02.2013 20:26:53

Hinweisender

Ein Recht wahrgenommen !

Gemäß Art. 9 Abs. 3 Grundgesetz ist die Koalitionsfreiheit gegeben. Arbeitnehmer haben das Recht, sich zu Koalitionen - Gewerkschaften zusammen zuschließen. Sie besitzen damit eine Tarifautonomie zur Durchsetzung ihrer Interessen.
 
 Man kann davon ausgehen, dass von den betreffenden Kollegen alle Vorbereitungen zu diesem Streik bis hin zu den Informationen für die Öffentlichkeit und den Arbeitgebern , getroffen worden sind.
 
 Also ist der abgelaufene Streik eine nur zu begrüßende Maßnahme des Arbeitskampfes der betroffenen Kollegen.
 
 Besser als teilweise beleidigende Äußerungen , wäre eine Solidarisierung anderer Arbeitnehmer mit diesem Streik.
 
 Es gehört zur Marktwirtschaft, dass Arbeitnehmer und besonders gewerkschaftliche organisierte, ihre Forderungen durchsetzen. Daran sollten sich alle gewöhnen.
 
 Prognostisch kann man heute schon sagen, dass bei der gegenwärtigen Entwicklung der Preise und Mieten weitere Arbeitskampfmaßnahmen nur legitim sind.

01.02.2013 19:33:02

Birgitt Baron

@ EX-BUS- UND BAHNFAHRER

Wenn die SVF Mitarbeiter mal im Öffentlichen Dienst wären !!!!!!!!
 Schon mal auf die genaue Bezeichnung geschaut GMBH , Also Füße stillhalten möchte ich mal sagen ! Desweiteren möchte ich noch anmerken das gerade die Bus - und Bahnfahrer hier in der Stadt einiges auszuhalten haben. !!!!
 Sicherlich kann man es nicht jeden Recht machen aber meiner Meinung, machen diese Menschen einen super Job. Jeder der hier seine negative Meinung vertritt sollte mal überlegen das dieser Beruf eine Verantwortung von Tausenden Menschen am Tag in seiner Schicht beinhaltet. Achso ja und es gibt solche und solche Fahrer. Negatives ist schnell gefunden aber Positives wird nicht erwähnt. Es gibt auch Fahrer die sofort nach hinten Eilen wenn jemand Probleme mit dem Fahrscheinautomaten hat. Ohne Aufforderung kam ein junger Mann aus seiner Fahrerkabine als ein Ortsunkundiger Probleme hatte. So etwas nenne ich Service und daher kann ich diesen Streik auch verstehen. PS : Ich war auch betroffen aber konnte durch die Informationen am Vortag mein Auto nehmen.
 
 Kämpft weiter so !!!!

01.02.2013 18:08:54

ROESSLGAENGER

Unglücklich

Es ist nicht besonders hilfreich, wenn die Höhe der Gehälter in solchen Diskussionsforen durchdiskutiert werden. Wir alle wissen, dass einige Berufsgruppen gerade in Ostdeutschland hoffnungslos unterbezahlt werden. Da ist es verständlich, dass solche Menschen nicht darüber erbaut sind, wenn Arbeitnehmer , die in ihren Augen viel verdienen für noch mehr streiken. Doch niemanden ist gedient, wenn alle wenig Lohn bekommen. Solche Diskussion spielt den Arbeitgebern in die Hände, diese profitieren von den durch sie selbst angezettelten Neiddebatten. Es wird Zeit für einen flächendeckenden Mindestlohn!

01.02.2013 17:30:33

SVF- Kutscher

@Knut Schmund

Mein Einstiegsgehalt lag bei ca. 1500 € Brutto, nach ca. 5 einhalb Jahren bin ich bei ca. 1700 € Brutto, plus den ganzen Zuschlägen die es gibt, hab ich noch nicht mal 1360 € ausgezahlt. Soll nur mal so zur Info sein.

01.02.2013 16:04:35

ex-bus- und bahnfahrer

Verstehe die ganze Aufregung nicht

Sollen doch die Angestellten der SVF ihre Forderung von 10% Lohnerhöhung ruhig mittels Streik durchsetzen. Diese werden dann auf die Fahrpreise umgelegt. Anschließend gibt es dann das große Staunen, wenn Busse und Bahnen dann leer durch die Stadt fahren. Also immer schön auf dem Teppich bleiben. Immer noch gilt der Satz: "Angebot und Nachfrage regeln den Preis". Und dann sehen wir mal weiter. In Unternehmen der sogenannten (vogel)freien Wirtschaft ist das Problem ganz einfach zu lösen. Die Leute bekommen mehr Geld, nur müssen die Arbeit die vorher fünf Mitarbeiter machten dann eben nur noch drei machen. Und genau das sollten auch Angestellte des Öffentlichen Dienstes einmal bei ihren Forderungen bedenken.

01.02.2013 14:57:33

Arbeitnehmer

Anmerkung

Nicht nur Busfahrer unterliegen einer starken Belastung am Arbeitsplatz, müssen in Schichten arbeiten und auch am Wochenende.
 Dies dann auch mit weniger Gehalt.
 
 Wieso wird aber hier in den Kommentaren das scheinbare Bild erzeugt (von Busfahrern?!), dass nur Busfahrer dieser Belastung unterliegen und jeder andere Arbeitnehmer nur von 8-17 seine Zeit im Büro absitzen muss?!

01.02.2013 13:38:59

Knut Schmund

Nicht gleich weinen

Auch wenn sich Herr Heese nicht ganz so toll ausgedrückt hat. Grundsätzlich hat er damit recht das höhere Tarifabschlüsse auch die Inflation anheizen. In den nächsten Jahren heißt es bei den Tarifverhandlungen für Verwaltungsangestellte: nicht nur die Energiekosten sind gestiegen sondern auch die Fahrpreise um x %, irgendwie müssen die Angestellten auf die Arbeit kommen. Der Schluss daraus das die Löhne runter müssen ist allerdings meiner Meinung nach, auch falsch das würde Deflation bedeuten, sinkende Löhne, sinkende Preise, sinkende Gewinne. Genauso falsch ist aber die ständige Betonung steigend Löhne sind gut für die Binnenachfrage. Stimmt das Umfeld nicht, legen die Leute mehr beiseite, die Firmen haben mehr Kosten aber die Gewinne steigen nicht. Zu den Busfahrern. Natürlich geht auch der Berufseinsteiger nicht mit 1200 € Netto nach Hause. Es sei denn er arbeitet nicht Nachts und am Wochenende. Ich nehme an 2-300 € zusätzlich dürften das schon sein. Muss er eine Familie ernähren hat er natürlich auch nicht Steuerklasse 1. Dann wären es etwa 1360 netto plus Zuschläge. Zugegeben auch nicht viel. Aber er ist auch Berufseinsteiger. Was verdient so ein Busfahrer nach fünf Jahren? Ich habe nichts gegen Lohnsteigerung. Die muß auch sein. Aber 10 % ist schon eine Ansage. Natürlich ist da der Verhandlungsspielraum mit angegeben. Trotz allem tun mir die Mitarbeiter nicht leid. Spricht die Gewerkschaft, möchte man im ersten Reflex ja Taschentücher gegen die Tränen rausholen. Natürlich ist auch viel Gerassel dabei um die Lohnabschlüsse durch zubekommen.

01.02.2013 12:12:58

na hallo

An Robin Hut

Der Streik war angekündigt worden. Und warum sollen die Arbeitenden Menschen in Osten nicht das gleiche Recht haben eine Lohnerhöhung zu Vordern wie die im Westen. Wobei man sagen muss, dass sich die Forderung in Grenzen hält.
 Und eins noch zu den Satz von Ihnen, Zitat: „ Diese Menschen können einfach selbstverständlich kein Verständnis dafür aufbringen, dass jemand, der einen gesicherten Arbeitsplatz mit geregelten Arbeitszeiten (auch wenn diese in oft auch in unschönen Schichten sind) und einem Gehalt von dem man tatsächlich und menschenwürdig leben kann, einfach mal 10 % mehr verlangen ohne mehr dafür leisten zu wollen“. Wo her haben sie die Weisheit, dass es noch gesicherte Arbeitsplätze außer als Beamter gibt? Und wie können sie den einschätzen was ein Busfahrer oder Fahrerin leisten muss?
 Der Verkehr wird immer dichter, weil sich auch einige arbeitende Menschen auch „mahl“ ein Auto leisten können, natürlich viele auf Pump (Kredit). Aber da hat der Busfahrer oder Fahrerin ja keine Verantwortung für die Fahrgeste. Fahren sie doch mahl einige Stunden konzentriert durch die Strassen von Ffo., da werden sie erleben, was diese Menschen leisten müssen.
 Also halten sie mahl den Ball flach und reden sie doch erst mahl mit den Leuten, bevor sie über sie reden.
 MfG

01.02.2013 11:14:35

Robin Hut

es stimmt mich nachdenklich

wie hier auf F.Heese eingehackt wird.
 Wenn es um den Beitrag vom 30.01.2013 23:32:21 geht, (einen anderen kann ich nicht finden) verstehe ich den Aufstand nicht so ganz.
 Sicher ist das nicht gerade diplomatisch ausgedrückt worden, aber worum geht es denn in den Äußerungen von F. Heese?
 Doch nur darum, dass es inzwischen viel zu viele Menschen gibt, die vom normalen Arbeitsmarkt (also den Arbeitsplätzen die noch einen Lohn bieten von dem man leben kann) komplett abgekoppelt sind und keine Chance mehr für sich sehen.
 Für diese Menschen ist ein solcher Streik mit solchen Forderungen durchaus ein Schlag ins Gesicht, erst Recht dann, wenn sie auch noch persönlich darunter leiden müssen, weil ihnen Ihre Beweglichkeit genommen wurde und Sie KEIN Geld für ein Taxi hatten.
 Diese Menschen können einfach selbstverständlich kein Verständnis dafür aufbringen, dass jemand, der einen gesicherten Arbeitsplatz mit geregelten Arbeitszeiten (auch wenn diese in oft auch in unschönen Schichten sind) und einem Gehalt von dem man tatsächlich und menschenwürdig leben kann, einfach mal 10 % mehr verlangen ohne mehr dafür leisten zu wollen.
 Bitte versteht mich nicht falsch.
 Ich bin durchaus der Meinung, dass ein Bus- oder Straßenbahnfahrer für seine verantwortungsvolle und sicher nicht leichte Arbeit einen ordentlichen Lohn verdient.
 Was mich aber ärgert, ist, dass hier offenbar niemand versteht, dass es viel zu viele Menschen gibt, die aus Ihrer eigenen Notsituation heraus einfach den Vergleich zu sich selbst ziehen und in diesem Vergleich die hier beschriebene Forderung natürlich als ausverschämt ansehen.
 Es ist auch keine Neiddebatte, wie viele jetzt einwenden werden, und wie Sie leider von F. Heese hier tatsächlich mehr oder weniger geführt wird, was natürlich Mist ist.
 Nein, eigentlich geht es um Gerechtigkeit.
 Gerechtigkeit für ALLE Menschen in unserer Gesellschaft.
 Und man sollte vielleicht auch mal aus diesem Blickwinkel auf die Angelegenheit schauen und nicht sich mit einem AUF IHN alle auf den einen stürzen, der es wagt zu sagen:
 "ihr seid ausverschämt, wenn man sich die vielen Menschen ansieht, die nie die Chance hatten das zu verdienen was ihr jetzt sicher habt..."
 Denn aus diesem Blickwinkel hat F. Heese durchaus Recht, auch wenn er die Schuld dafür völlig kurzsichtig nicht dort sucht, wo sie eigentlich liegt...
 Kritisiert ihn wegen seiner Art seine Meinung zu sagen aber nicht so wie hier erfolgt...
 Das ist mindestens genauso erbärmlich...

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