Im Anschluss daran setzte die international besetzte Gruppe "Schneeweiß & Rosenrot" mit Sitz in Berlin noch ein kleines Zeichen in Richtung Groove - eine vierköpfige Band in der Besetzung Gesang/Keyboards, Klavier, Bass und Schlagzeug/Elektronisches, die stilistisch kaum in Schubladen einzuordnen ist. Pianistin Johanna Borchert spielt klassische Jazz-Harmonien, Schlagzeuger Marc Lohr und Bassist Petter Eldh verstehen sich aufs Grooven und sind auch Ausflügen in den Pop gegenüber nicht abgeneigt. Ebenso Frontfrau Lucia Cadotsch, die zudem Einflüsse wie Chanson und Kunstlied verarbeitet. Zu alledem kommt noch ein Schuss Art-Rock, mit Moog-artigen Synthie-Klängen und düsteren Unisono-Parts von Klavier und E-Bass. Hayden Chisholm stieß für ein Stück zu der Gruppe dazu.
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Bereits am Freitag begeisterten die minimalistischen "Fifty-Fifty" samt Sängerin Denise Taylor und die vergleichsweise neue Band "KUU" um die serbische Sängerin Jelena Kuljic das Publikum. Eine hyperaktive Gruppe mit ungewöhnlichen Kompositionen voller Brüche. Frontfrau Kuljic ließ dabei ihre große Begabung als Performerin für sich sprechen, die Band in der seltenen Besetzung mit zwei Gitarren und ohne Bass lieferte frickelige Arrangements. Dieser Abend wurde vom Kulturradio des rbb aufgezeichnet.
Auch "Guten Morgen Eberswalde" stand in diesem Jahr wieder im Zeichen der Jazz-Reihe. Bei gutem Wetter lief auf dem Marktplatz ein Konzert der Band "Vesna" mit Cover-Versionen von Elvis Presley-Stücken.
Insgesamt etwa 1000 Besucher seien im Verlauf der vier Abende gekommen, darin ist das "Guten Morgen"-Konzert nicht inbegriffen. Die Konzerte am Mittwoch und Sonnabend seien ausverkauft gewesen, teilt Festivalleiter Udo Muszynki mit.
Groove und Chanson: Schneeweiß & Rosenrot, hier Sängerin Lucia Cadotsch, Petter Eldh (l.) und Marc Lohr Foto: Torsten Stapel
Eberswalder Festival endet mit durchgängig gut besuchten Konzerten