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Viele lieben Krimis. Kinder stehen auf "Die drei ???" oder die Fälle der "TKKG"-Bande, Eltern gucken den "Tatort". Was finden wir eigentlich so toll daran?

Mörderspannung

Hochspannung
Hochspannung © Foto: dpa
Antje Scherer / 16.09.2017, 16:26 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Was macht einen Krimi spannend? Und braucht es immer einen Detektiv? Mit Ermittlern und Bösewichten kennt Andrea Bartl sich aus. Sie ist Professorin für Literaturwissenschaft an der Universität Bamberg und erforscht Krimis. Ann-Kathrin Marr hat mit ihr gesprochen.

Frau Bartl, die Themen von Krimis sind oft ganz unterschiedlich. Gibt es trotzdem etwas, was alle gemeinsam haben?

In Krimis wird immer irgendein Verbrechen begangen, manchmal ein kleines, oft ein größeres, zum Beispiel ein Mord. Dann geht es meist darum, die Hintergründe aufzuklären: Wer ist der Mörder? Oder: Wie konnte es zu dieser Tat kommen? Außerdem haben die meisten Krimis ein gutes Ende. Am Schluss ist der Verbrecher gefasst, und man kann das Buch beruhigt zuklappen.

Gibt es im Krimi immer einen Detektiv?

Nicht immer, aber der Detektivroman (mit einem Detektiv als Hauptfigur) ist eine beliebte Form des Krimis. Das kann aber auch eine alte Dame sein wie Miss Marple oder eine Gruppe Kinder. Dem Detektiv steht meistens ein Verbrecher gegenüber. Am Anfang der Geschichte gibt es eine rätselhafte Tat. Und die klärt der brillante Detektiv auf, indem er nachdenkt und logische Schlüsse zieht.

Haben Sie schon als Kind Krimis gelesen?

Ja, auf jeden Fall. Über Krimis habe ich meine Liebe zur Literatur entdeckt. Ich habe "Die Drei ???"-Bücher verschlungen und dann schon sehr früh die alten Krimis von Agatha Christie gelesen.

Warum sind Krimis eigentlich so beliebt?

Dafür gibt es viele Gründe. Das Verbrechen und das Böse faszinierten die Menschen schon immer. Wenn ich einen Krimi lese, kann ich mich gemütlich aufs Sofa setzen und trotzdem den spektakulärsten Verbrechern der Welt begegnen. Faszinierend ist auch der Detektiv. Oft ist der gar nicht so sympathisch, sondern eher ein Außenseiter. Auch das ist interessant. Und Krimis sind einfach spannend!

Und wie bekommt der Autor das hin?

In Detektivromanen entsteht die Spannung durch das Rätsel am Anfang. Es gibt zum Beispiel eine Leiche, die in einem verschlossenen Raum liegt: Es konnte keiner rein und keiner raus, und trotzdem ist diese Leiche da. Das muss der Detektiv lösen. Oft gibt es Hindernisse, damit es spannend bleibt: einen unschuldigen Verdächtigen, der den Leser auf eine falsche Fährte lockt, und gefährliche Situationen für den Detektiv.

Was darf man auf gar keinen Fall machen?

Dafür hat eine Gruppe von Krimi-Autoren wirklich mal Regeln aufgestellt: Nach denen ist alles verboten, was unlogisch ist. Es dürfen keine übernatürlichen Kräfte auftauchen, zum Beispiel Geister. Der Leser soll so genügend Informationen bekommen, um herauszufinden, wer der Täter ist. Meistens ist der Detektiv aber dann doch schlauer. Sonst wäre es ja auch langweilig.

Eure Post an uns:

Märkische Oderzeitung, Journal, Antje Scherer, Kellenspring 6, 15230 Frankfurt; E-Mail: kinder@moz.de

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