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Tollpatschige Mitbewohner

Blaue Augen und flauschiges Fell: Ragdolls fühlen sich vor allem in Familien wohl, da sie nicht gerne allein sind.
Blaue Augen und flauschiges Fell: Ragdolls fühlen sich vor allem in Familien wohl, da sie nicht gerne allein sind. © Foto: dpa-tmn
29.10.2016, 14:23 Uhr
(dpa) Blaue Augen, süße Stupsnasen und halblanges flauschiges Fell: Benny und Björn sind Brüder. Die beiden Ragdoll-Kater leben mit Rosana Pfaffe und ihrem Mann in einer Berliner Wohnung. Die beiden Tiere sind reine Hauskatzen.

Das hört sich für Katzen eher ungewöhnlich an. Für diese Rasse trifft es aber zu: Ragdolls sind extrem zutraulich und menschenfreundlich. "Sie kennen keine Feinde", erklärt Züchterin Anke Falck aus Golzow. "Sie würden mit jedem mitgehen und den Straßenverkehr oder angreifende Tiere nicht als Gefahr erkennen", sagt sie. Pfaffe bestätigt: "Als wir Benny und Björn zum ersten Mal sahen, sind sie ohne Scheu und voller Interesse auf uns zugelaufen."

Zwei Monate waren die Kater damals alt und sahen fast aus wie Zwillinge. Das Fell war noch nahezu weiß. Ihre typische Fellzeichnung und -farbe entwickeln Ragdolls erst später, innerhalb der ersten paar Lebensjahre. "Als sie im Alter von vier Monaten zu uns kamen, deutete sich im Gesicht und an den Ohren ein bisschen Farbe an," sagt Pfaffe. Inzwischen sind die Kater 18 Monate alt, und man kann sie deutlich unterscheiden.

Björn hat eine Bicolour-Zeichnung (Gesichtsmaske mit umgedrehtem V), Benny ist ein Colourpoint (dunkle Maske, Pfoten, Ohren und Schwanz). Darüber hinaus gibt es noch die Varianten Mitted (weiße Pfoten), Tabby (Streifen) und Tortie (dreifarbig). "Farblich unterscheidet man Chocolat (Schokoladenfarben), Lilac (Gletschergrau), Blue (Blaugrau) und Seal (dunkles Braun)", erklärt Züchterin Manuela Eichler-Bay aus Berlin von der Interessengemeinschaft Ragdoll. Das sind die Klassiker. Seit einigen Jahren werden auch die Farben Cream (Apricot) und Red (Orangeton) gezüchtet.

Ragdolls wollen unterhalten werden und sind nicht gerne alleine. Sie erwarten Aufmerksamkeit und Abwechslung. Sonst langweilen sie sich und stellen unter Umständen Blödsinn an. "Deshalb sollten es grundsätzlich immer zwei Katzen sein", sagt Eichler-Bay. Das gilt vor allem für berufstätige Halter, weil man die Katzen dann ohne weiteres ein paar Stunden alleine lassen kann. Auch mit anderen Haustieren verstehen sie sich gut. Diese Katzen sind bestens geeignet, wenn es Kinder in der Familie gibt. "Wenn ich zu Hause am Schreibtisch sitze, legt sich Björn gerne auf die Tischplatte und möchte gestreichelt werden", sagt Pfaffe.

Wer einen Balkon oder eine Terrasse hat, muss aufpassen. Wo andere Katzen zielsicher springen und jagen, stellen sich Ragdolls auch mal ungeschickt und tollpatschig an. Deshalb sollte der Balkon möglichst mit einem Netz, die Terrasse mit einem Zaun gesichert sein. Björn kletterte zum Beispiel einmal arglos aus einem offenen Fensters aufs Dach. Glücklicherweise konnte er unversehrt gerettet werden. Seither ist das Fenster katzensicher. Benny rennt manchmal derart schwungvoll um die Ecke, dass es ihm die Hinterläufe wegreißt und er mit dem Po über das Parkett rutscht.

"Fliegt ein Insekt an der Nase vorbei, schauen sie verdutzt, was das ist", sagt Pfaffe. Auch an Vögeln am Fenster sind sie nicht immer interessiert und genießen lieber die wärmende Sonne. "Ihr Jagdinstinkt ist nicht ausgeprägt", erklärt Falck. "Aber dafür lieben es meine Ragdolls, auf dem Staubsauger mitzufahren." Wer seine Waschmaschine füllt, sollte vorher nachschauen, ob aus der Trommel blaue Augen blinzeln. Die Katzen sind immer da, wo sich ihre Bezugsperson aufhält. Schläft ein Ragdoll und der Halter verlässt den Raum, springt das Tier auf und hüpft aufgeweckt hinterher.

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