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Garten-Accessoires aus Stahl brauchen Patina

In ein paar Stunden gerostet: Gartenaccessoires aus Guss- oder Schmiedeeisen werden dafür in Salzsäure gegeben und anschließend mit Wasser abgespritzt.
In ein paar Stunden gerostet: Gartenaccessoires aus Guss- oder Schmiedeeisen werden dafür in Salzsäure gegeben und anschließend mit Wasser abgespritzt. © Foto: dpa-tmn
dpa / 21.09.2017, 14:11 Uhr
(dpa) Rosengitter, Rankhilfen, Metallstäbe und -figuren und sogar die Beetbegrenzung tragen ihn: Der Modehit im Gartenbeet ist Rost. Stahl mit der braunen Patina ist derzeit besonders gefragt für Gartenaccessoires jeder Art.

Rost steht für Verfall - und trotzdem ist genau das gerade heiß begehrt bei Hobbygärtnern. Rankhilfen, Beetbegrenzungen und Dekorationen aus Stahl sollten derzeit nicht strahlen und glänzen in frischem Silber, sondern rotbraune Patina besitzen.

Bei Beetbegrenzungen ist derzeit vor allem Cortenstahl gefragt. "Früher waren Beton als Kantenstück oder Natursteine beliebt", berichtet Gärtner Stefan Wegner von der Internationalen Gartenausstellung (IGA) in Berlin. "Gerade aber werden Gärten gerne schlicht und dezent gestaltet mit den Pflanzen im Mittelpunkt. Dazu passt Cortenstahl besser."

Der Name besteht aus "Cor" für den englischen Begriff "corrosion resistance" (Korrosionswiderstand) und "ten" für "tensile strength" (Zugfestigkeit). Daher findet sich das Material oft auch in der Schreibweise COR-TEN-Stahl.

Seine Patina aus Rost wird bewusst durch die Legierung hervorgerufen. Das hat auch einen optischen Reiz: Dieser Stahl wirkt unauffällig. Trotzdem sei er vor Witterung geschützt, sagt Wegner. Denn während anderen Materialien der entstehende Rost zusetzt, entsteht bei Cortenstahl durch die gezielte künstliche Verwitterung eine Sperrschicht unter dem Rost, die das Material unempfindlich gegen weitere Korrosion macht.

Ein weiterer Vorteil: Seine Zusammensetzung soll laut Händlerversprechen ein Schutz vor Schnecken sein. Denn die Legierung von Cortenstahl enthält weniger als ein Prozent Kupfer, das daher durch den Schleim der Kriechtiere oxidiert. Die dadurch entstehende Substanz reizt die Haut der nachfolgenden Schnecken, die deswegen nicht weiterkriechen.

Der Nachteil des Materials sei sein hoher Preis, sagt Peter Botz, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Garten-Center. Deswegen greifen viele Hobbygärtner eher zu normalem Stahl, der dank der Verwitterung auch rostet. "Das hat derzeit große Beliebtheit", so Botz.

Da die natürliche Verwitterung lange dauert, kaufen viele Gärtner aber auch hier künstlich gerostetes Material. Das gelingt zum Beispiel, indem Guss- oder Schmiedeeisen für ein paar Stunden in Salzsäure gegeben und anschließend mit Wasser abgespritzt wird, erklärt Balazs Kadlot, ein Hersteller aus Schwalbach (Saarland). Das wirke sich auch kaum auf die Haltbarkeit des Materials aus, bis zu 20 Jahre halte sich 3 Millimeter dicker Stahl.

Kadlot hat noch eine Erklärung für die Beliebtheit der rostbraunen Farbtöne: "Die Natur bietet fast nur warme Grüntöne. Dazu passt Rostbraun auch eher als Grautöne wie Anthrazit oder Edelstahl."

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