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Im Winter wirken farbenfrohe Rinden

Rote, aber auch gelbgrüne und orangefarbene Rinden haben viele Hartriegel.
Rote, aber auch gelbgrüne und orangefarbene Rinden haben viele Hartriegel. © Foto: dpa/Andrea Warnecke
dpa / 03.11.2017, 17:13 Uhr
(dpa) Die Rinde der Bäume fällt meist nicht auf, zu ausladend und prächtig ist das Laub während des Frühlings und des Sommers. Manche Gattungen und Arten aber werden zu echten Hinguckern, wenn sie sich ihres Blätterkleides entledigt haben und nackt den Winter überdauern.

Ist das Laub im Herbst von den Ästen verschwunden, ist Farbe im Garten rar. Auch die Sprosse der Stauden beginnen abzutrocknen - und so bleibt das Grün des Rasens und von Immergrünen zusammen mit den Braun- und Grautönen bestimmend im Garten. Aber: Ein Hauch von Rot, etwas Orange oder zumindest mal ein bisschen Glanz, der von Lebendigkeit zeugt, sind möglich - durch Gehölze mit attraktiven Rinden.

Rote, gelbgrüne und orangefarbene Rinden haben beispielsweise viele Hartriegel. Der Klassiker ist der Sibirische Purpur-Hartriegel (Cornus Alba 'Sibirica') mit lackroten Zweigen. Es ist wichtig, dass Hartriegel regelmäßig geschnitten werden, denn die Farbe der Rinde ist bei den jungen Trieben besonders intensiv.

Auch Weiden bieten schönen Rindenschmuck. Bei vielen Arten verfärbt sich die Rinde, wenn die Außentemperaturen im Herbst und Winter sinken, erläutert Markus Zeiler, Gartendirektor der Insel Mainau. Hier sorgt auch ein regelmäßiger Rückschnitt für intensivere Farben.

Neben der Farbe kann die Struktur der Rinden und Borken ein Hingucker sein: So geht die Attraktivität der rotbraunen Rinde der Mahagoni-Kirsche (Prunus serrula) von einem Glanz aus. Und längliche Poren verleihen der Oberfläche eine ungewöhnliche Struktur. Ein ähnliches Streifenmuster bildet die Scheinbuche (Nothofagus).

Bekannt für ihre besondere Haut ist auch die Platane, erläutert Wolfgang Gaida, Leiter des Gehölzgartens Ripshorst in Oberhausen. Sie blättert ab, was ein unregelmäßiges Farbmuster am Stamm erzeugt. Ebenfalls in Schuppen häutet sich die brauen Rinde des Zimtahorns. Bei den Birken schuppt sich die Borke in papierartigen Fahnen - und das in auffälligem Weiß.

Hobbygärtner müssen bei einigen Gattungen wählen, auf welchen der Aspekte sie sich konzentrieren wollen. Zum Beispiel bei den Birken: Die Himalaya-Birke 'Doorenbos' (Betula utilis) hat eine sehr weiße Rinde, während die Papier-Birke (Betula papyrifera) - wie der Name schon andeutet - stärker abblättert, wie Zeiler erläutert. Er empfiehlt alternativ zur abblätternden Birke die Kastanien-Rose (Rosa roxburghii), die sich ebenfalls stark in länglichen Stücken häutet.

Etwas Besonderes sind auch die Pfaffenhütchen (Euonymus). "Diese Sträucher bilden Korkleisten", erklärt Experte Gaida. Diese länglichen, braunen Flügel sitzen auf den Zweigen, was besonders zur Geltung komme, wenn sich im Winter darauf Frostkristalle bilden.

Damit all diese Rinden gut zur Geltung kommen, muss man den Pflanzen einen passenden Standort auf dem Grundstück zuweisen. So rät Gaida, Gehölze mit Rindenschmuck möglichst immer als Solitär zu verwenden. Pflanzt man Pfaffenhütchen oder Hartriegelsträucher in Gruppen mit anderen Sträuchern, gehe die Wirkung unter.

Auch der Hintergrund ist wichtig: "Ein weißer Birkenstamm wirkt vor einer dunkelgrünen Eibenhecke besser als vor einer weißen Hauswand", führt Zeiler aus. Eine Mahagoni-Kirsche mit glänzend brauner Rinde fällt hingegen vor einem hellen Hintergrund mehr ins Auge. Noch ein Tipp: Auf den Hartriegel sollte die flach stehende Wintersonne scheinen. Das einfallende Licht verleiht den Trieben dann einen angenehm warmen Glanz.

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