Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Kia Optima: Allseits optimierte Mittelklasse

Wolfgang Brekeller / 06.09.2016, 18:52 Uhr - Aktualisiert 06.09.2016, 18:57
Frankfurt (Oder) (wb) Optimal verlief Kias Auftritt auf dem deutschen Automarkt der Mittelklasse bislang nicht gerade. Der große Koreaner namens Optima verkauft sich eher schleppend. Dabei glänzt der erst zu Jahresbeginn renovierte Reisewagen mit ansehnlichem Design und anspruchsvoller Technik. Doch mit Mittelklasse-Limousinen ist hierzulande eh kein Blumentopf zu gewinnen. Kombis machen das Rennen: Allein im ersten Halbjahr 2016 entfielen 87 Prozent der Neuzulassungen im Segment der Mittelklasse auf Karossen mit ausgebautem Heck. Was Wunder, wenn Kia jetzt der Optima Limousine einen Kombi zur Seite stellt.

Mehr noch – die Koreaner haben ihre Mittelklasse allseits optimiert. Neben dem Sportswagon steht Ende des Monats auch ein Optima mit Plug-in-Hybrid bei den Händlern. Der Steckdosen-Hybrid, der für eine rein elektrische Reichweite von mehr als 50 Kilometern sorgt, ist zunächst der Limousine vorbehalten. Die profitiert übrigens auch von der Kombi-Topmotorisierung, einem 2,0-Liter-Turbobenziner mit 245 PS Leistung.Obgleich nicht länger als die Limousine (4,86 Meter) und wie ein Lifestyle-Kombi gezeichnet, gehört der Optima Sportswagon nicht zu den Mogelpackungen seiner Klasse.

Hinter der großen Heckklappe, die sich auf Wunsch auch sensorgesteuert mit einem symbolischen Fußtritt öffnen lässt, gibt es 552 bis 1686 Liter Stauraum. Damit stellt der ladefreundliche Kia einerseits Konkurrenten wie den Ford Mondeo Turnier oder den Opel Insignia Sportstourer in den Schatten, erreicht andererseits aber nicht die Gardemaße des gleichlangen Skoda Superb Combi, der beinahe unglaubliche 660 bis 1950 Liter schluckt.

Drei Motoren stehen zur Wahl, zwei Benziner (163/245 PS) und ein Diesel (141 PS). Am besten zum dynamischen Zuschnitt des Sportswagon, der in GT-Ausstattung mit zusätzlichen sportlichen Accessoires aufwartet, passt freilich der neue, 245 PS starke Turbobenziner. Der durchzugsstarke Vierzylinder drückt quasi schon ab Standgas (1350 Touren) bullige 350 Newtonmeter Drehmoment an die Vorderachse ab und versieht serienmäßig im Verbund mit einer blitzschnell agierenden Sechsgang-Automatik seinen Dienst. So katapultiert sich die von uns bereits gefahrene Turbofuhre in 7,6 Sekunden bis auf Tempo 100 und mit sattem Schub weiter bis zur Höchstmarke von 232 km/h. Normverbrauch: 8,2 Liter.

Mit im Schnitt etwas mehr als der Hälfte (4,4 Liter) soll sich der 1,7-Liter-Turbodiesel zufrieden geben, der immerhin für eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h gut ist und für den alternativ zum Sechsgang-Handschalter ein komfortables Doppelkupplungsgetriebe zur Auswahl steht. Trotzdem schade, dass Kia nicht noch einen stärkeren Selbstzünder im Programm hat, denn Diesel sind nun mal erste Wahl für Kombis der Mittelklasse. Ausschließlich mit Sechsgang-Schaltgetriebe wird der Basis-Benziner angeboten, der sich in den Fahrleistungen mit demDiesel durchaus messen kann, aber auf einen Normverbrauch von 7,6 Litern kommt.Die Preise für den Sportswagon, der von der Limousine das feine Interieur übernimmt, beginnen bei 25.990 Euro (163-PS-Benziner). Der Kombiaufschlag beläuft sich mithin auf 1000 Euro.

Zur gut sortierten Grundausstattung gehören unter anderem Audio- und Navigationssystem mit Sieben-Zoll-Touchscreen inklusive Rückfahrkamera. Zu den Extras zählen diverse Fahrer-Assistenzsysteme, vom Totwinkel- und Querverkehrswarner bis hin zum adaptiven Geschwindigkeitsregler.Preislich in einer anderen Liga spielt Kias erster Plug-in-Hybrid. Der Optima mit Steckdosenanschluss kostet mindestens 40.490 Euro, von denen allerdings 3000 Euro staatliche Kaufprämie abgezogen werden können. Der stolze Preis für den innovativen Kia relativiert sich weiter, wenn man auf die Ausstattung schaut.

Da ist schon beim Einstiegsmodell „Attract“ alles dabei, was gut und teuer ist – vom Acht-Zoll-Navi über LED-Scheinwerfer und Premium-Soundsystem (Harman Kardon) bis hin zur Sitz- und Lenkradheizung.Unter der aerodynamisch optimierten Haube der Limousine steckt das Doppelherz mit 2,0-Liter-Benziner (156 PS) und Elektromotor (68 PS), der von einer Lithium-Polymer-Batterie gespeist wird. Wenn die voll geladen ist, was an der Haushaltssteckdose etwa sechs Stunden dauert, schafft der innovative Koreaner im nahezu lautlosen EV-Fahrmodus bis zu 54 Kilometer.

Das reicht allemal, um völlig abgasfrei durch Innenstädte oder zum Supermarkt auf der grünen Wiese zu düsen, zumal der rein elektrisch angetriebene Optima bis 120 km/h schnell ist. Wer auf Tempo drückt, der muss dann aber auch schnellstens wieder an der Steckdose parken, wenn man dem Benziner nicht die ganze Antriebsarbeit überlassen will. So fährt man am besten im Hybridmodus, bei dem eine Systemleistung von 205 PS und stattliche 375 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung stehen. Virtuos das Wechselspiel zwischen Otto- und E-Motor. Deutlich ans Ohr dringt die gemeinsame Kraftanstrengung eigentlich nur bei voller Beschleunigung (0 auf 100 km/h in 9,4 Sekunden) und bei Topspeed (192 km/h).

Kia notiert einen Normverbrauch von 1,6 Litern. Das ist freilich graue Theorie, denn der offizielle Messzyklus für Plug-in-Hybride ist realitätsferner noch als der für konventionelle Verbrenner. Wie auch immer – das Reichweitenproblem ist gelöst. Rein rechnerisch käme der Optima Hybrid mit seinem 55-Liter-Tank knappe 1000 Kilometer weit. Einschränkungen in der Alltagstauglichkeit gibt es eigentlich nur in Sachen Kofferraum. Weil dort die Batterie untergebracht ist, schrumpft das Gepäckabteil auf mickrige 307 Liter. Wer mehr braucht, sollte bis Mitte nächsten Jahres warten. Dann kommt auch der Optima Sportswagon als Plug-in-Hybrid.                                                                                          

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG