Das Nachrichtenportal für Brandenburg

Autotest Ford Edge

Amerikanisch üppig: Ford Edge
Amerikanisch üppig: Ford Edge © Foto: MOZ/Hajo Zenker
Hajo Zenker / 21.08.2017, 14:57 Uhr - Aktualisiert 21.08.2017, 16:23
Berlin (MOZ) Mit einem Plus von 2,8 Prozent liegt Ford in diesem Jahr bei uns nur einen Hauch unter dem Gesamtschnitt aller Marken (2,9). Während der Ka mächtig zulegte und auch der Kuga und der B-Max mehr Abnehmer fand, fahren Fiesta, Focus und Mondeo im Minus. Der Neuling Edge legte einen guten Start hin.

Motor

Während der Edge in Nordamerika nur Benziner kennt, gibt es bei uns lediglich einen Zwei-Liter-Diesel in zwei Leistungsstufen - mit 180 und 210 PS. Allerdings muss sich Ford auch nicht nachsagen lassen, irgendetwas an seinen Diesel-Motoren manipuliert zu haben. Den derzeitigen Diesel-Niedergang haben andere zu verantworten. Der von uns gefahrene kleinere Selbstzünder jedenfalls treibt aus vier Zylindern und mit 400 Newtonmetern maximalem Drehmoment - nach einer Turbo-Gedenksekunde - den fast zwei Tonnen schweren Wagen ordentlich voran: In 9,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und bis zu 200 km/h auf der Autobahn. Aber ehrlich: Zu einem echten Ami und seinem gebremsten Temperament passt eine Automatik besser als die hier serienmäßige Sechs-Gang-Schaltung.

Im MOZ-Autotest - der Ford Edge
Bilderstrecke

Ford Edge

Bilderstrecke öffnen

Karosserie/Ausstattung

Die Kölner Ford-Werke gehören zwar zum US-Konzern, werden aber doch bei uns eher als deutsches Unternehmen angesehen, zumal sie zumeist auch nur Produkte anbieten, die auf den europäischen Markt zugeschnitten und hier gebaut worden sind. Mit dem Edge ist das anders, er ist tatsächlich ein nordamerikanischer Ford - und sieht auch so aus. Groß und wuchtig nämlich. Zumindest aus deutscher Sicht. Für Amerikaner wirkt der 4,81 Meter lange Wagen eher übersichtlich. Für uns dagegen sind die Raumverhältnisse üppig, was nicht nur die Insassen merken - auch dem Gepäck stehen beachtliche 602 Liter zur Verfügung. Einen Edge gibt es bereits seit gut zehn Jahren, aber erst die zweite Generation hat es auch zu uns über den großen Teich geschafft, was wohl auch mit den hiesigen Ansprüchen an Qualität zu tun hat. Der aktuelle Edge jedenfalls ist ordentlich verarbeitet, vom europäischen Premium-Segment aber noch ein Stück entfernt. Die Funktionalität dagehabt stimmt auf jeden Fall. Zudem zeigt sich der Edge amerikanisch-umfassend ausgestattet. Serie sind etwa Berganfahrassistent, Fahrspurhalter, Müdigkeitswarner, Rückfahrkamera, Abbiegelicht, programmierbarer Zweitschlüssel (damit der Nachwuchs nicht zu schnell fahren kann), Regensensor, Fernlichtassistent, Abstandswarner, Verkehrsschilderkennung, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Audiosystem, beheizbare Außenspiegel, Fensterheber rundum, fernbedienbare Zentralverriegelung und Leichtmetallräder.

Fahrverhalten 

Im Gegensatz zu vielen Möchtegerns ist der Edge (bei uns) immer mit Allrad ausgestattet, was der Traktion, etwa in Kurven, wirklich gut tut. Ansonsten geht es natürlich amerikanisch-gemütlich zu. Dynamik steht nicht im Lastenheft, Langstreckentauglichkeit heißt das Stichwort.

Wirtschaftlichkeit 

Den Einstieg in einen Edge gibt es laut Liste ab 41.900 Euro. Mit neun Litern Diesel auf 100 Kilometer sollte man rechnen - der Normverbrauch beträgt übrigens nur 5,8 Liter (149 g/km CO2).

Fazit 

Wer die amerikanische Üppigkeit sucht und deutsche Materialperfektion übertrieben findet, hat im Edge einen eindrucksvollen Allradler, der in unseren Breiten Eindruck macht und trotzdem von den Abmessungen her noch halbwegs in heimische Orte passt. Hajo Zenker

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG