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Autotest VW Caddy

Platz für die Familie: VW Caddy
Platz für die Familie: VW Caddy © Foto: MOZ/Hajo Zenker
Hajo Zenker / 25.09.2017, 14:39 Uhr - Aktualisiert 25.09.2017, 16:37
Berlin (MOZ) VW hat durch den Diesel-Skandal unzweifelhaft einen Imageschaden erlitten. In Zulassungen gerechnet heißt das in diesem Jahr bisher auf dem Heimatmarkt ein Minus bei den Neuwagen von 5,8 Prozent, während der deutsche Markt über alle Marke hinweg um 2,9 Prozent wuchs. Vor allem Golf, Passat und Touareg fahren Zulassungsverluste ein. Der Caddy von der Marke VW Nutzfahrzeuge dagegen ist im Plus.

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VW Caddy

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Motor

Drei Benziner, vier Diesel und ein Erdgasantrieb stehen beim Caddy zur Wahl. Das ergibt eine Leistungspalette von 75 PS bis 150 PS. Alle Diesel verwenden übrigens die AdBlue getaufte Harnstofflösung, um den Ausstoß von Stickoxiden tatsächlich drastisch zu reduzieren. Der zweitschwächste Selbstzünder bringt es zwar nur auf 102 PS, hat dank seiner zwei Liter Hubraum aus vier Zylindern und 250 Newtonmeter maximalem Drehmoment (bereits bei 1300 Umdrehungen) genug Kraft, das nicht gerade windschlüpfige Gefährt im Alltag angemessen zu bewegen. Auch wenn natürlich 12,9 Sekunden für den Spurt von 0 auf Tempo 100 und eine Spitzengeschwindigkeit von 172 km/h klarmachen: Ein Rennauto ist der Caddy nicht. Auf der Autobahn übrigens wünscht man sich beim Schaltgetriebe einen sechsten Gang - oder man muss zum Sechs-Gang-DSG wechseln.

Karosserie/Ausstattung

Kastenwagen werden gern belächelt, von vielen Familien dagegen geliebt. Bieten doch die von Handwerker-Modellen abgeleiteten Varianten für Privatkunden Kind und Kegel üppig Raum. Der aktuelle Caddy, der in Posen gebaut wird, verleugnet optisch seinen Vorgänger nicht, schafft es durch einige Details (wie den Leuchten) aber, etwas flotter als bisher und auch als die Konkurrenzprodukte auszusehen. Der 4,51 Meter lange  Caddy, den es auch noch in einer (optisch deutlich unattraktiveren) 4,98-Meter-Langversion gibt, punktet mit gewaltigen 750 Litern Kofferraum als Fünfsitzer. Und dann noch mit einer riesigen Heckklappe, die jeden Ikea- oder Media-Markt-Einkauf ohne das geringste Problem ins Innere befördern lassen. Wer trotzdem noch mehr braucht, muss aus dem Wagen einen Zweisitzer machen, dann gibt es unfassbare 3030 Liter Raum. Auch die Insassen haben üppig Platz und sitzen zudem sehr gut. Auch wenn der Caddy ein Produkt von VW Nutzfahrzeuge ist, fühlt sich der Innenraum mittlerweile nicht mehr nach Nutzfahrzeug an. Materialien, Form und Funktionalität liegen spürbar über dem bei solchen Fahrzeugen sonst üblichen Niveau. Und auch in der Technik geht es modern zu. So sind Assistenzsysteme für das Einparken, das Halten der Distanz, Fernlicht oder die Müdigkeitserkennung erhältlich. Ab Werk hat der Caddy vier Airbags, ESP, Berganfahrhilfe, Tempomat, eine Schiebetür (die zweite Schiebetür gibt es für 482 Euro) und fernbedienbare Zentralverriegelung. Elektrische Spiegel und Fensterheber kosten für das Basis-Auto 512 Euro extra, Klima muss man sogar mit 1541 Euro zusätzlich bezahlen.

Fahrverhalten

Auch wenn schon der Motor dafür sorgt, dass man nicht rast - die altertümliche hintere Starrachse nebst Blattfedern ist eine weitere Motivation, es gemächlich angehen zu lassen. Sonst kann man bei welliger Fahrbahn nämlich schon ganz schön ins Schwingen kommen. Generell ist der Caddy komfortbetont und lädt einfach nur zu Entschleunigung ein.

Wirtschaftlichkeit

Den Einstieg in einen Caddy gibt es (mit 1,2-Liter-Benziner mit 84 PS) ab 18.528 Euro. Für einen 102-PS-Diesel muss man laut Liste mindestens 22.277 Euro berappen - die Diesel-Flaute läßt da aber sicher Raum für Verhandlungen. Der Verbrauch im wahren Leben liegt bei fünfeinhalb Litern Diesel auf 100 Kilometer (nach Norm 4,4 Liter; 116 g/km CO2).

Fazit

Wer statt ausgefeilter Optik größtmögliche Familienfreundlichkeit sucht, ist bei einem Kastenwagen, heute gern Hochdachkombi genannt, grundsätzlich richtig. VW Nutzfahrzeuge hat mit dem aktuellen Caddy das Konzept in Sachen Qualität, Materialanmutung und Technik noch besonders attraktiv gemacht. Hajo Zenker

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