Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Kia Stonic: Hochsitz in Bunt und Bestformat

Wolfgang Brekeller / 25.09.2017, 16:48 Uhr - Aktualisiert 27.09.2017, 17:59
(MOZ) Wenn schon SUV, dann lieber einen im überschaubaren Vier-Meter-Format. Die handlichen Hochsitze vom Schlage der Captur, Crossland, CX-3 & Co., die auch in der Stadt nicht überall anecken, jagen den Dinos ihrer Gattung im mehr oder weniger ausufernden Geländewagenformat zunehmend die Käufer ab. Experten sagen eine Verdoppelung des Absatzes der kleinen SUV bis 2020 voraus. Da nimmt es nicht Wunder, wenn in den nächsten Wochen und Monaten viele Hersteller den unteren Rand des boomenden B-Segments bedienen, darunter Volkswagen (T-Roc), Seat (Arona) und Hyundai (Kona). Vorweg aber fährt schon ab 30. September der Kia Stonic. Den hochbeinigen, 4,14 Meter kurzen Koreaner gibt es zu moderaten Preisen ab 15.790 Euro – sieben Jahre Garantie inbegriffen.

Dass Kia Design kann, steht mittlerweile außer Frage. Die unverwechselbar gestylte Modellpalette reicht vom knuffigen Kleinwagen Picanto (3,60 Meter) bis hin zur ebenso schnittigen wie eleganten Sportlimousine Stinger (4,83 Meter), die noch vor Jahresschluss das Angebot nach oben abrundet. Und so ist auch der Stonic, der im europäischen Kia-Designzentrum Frankfurt am Main gezeichnet wurde, alles andere als eine graue Maus. Der auf dem Rio basierende Mini-SUV gefällt mit knackigen Proportionen, die aus kurzen Überhängen der Karosserie, ihrer langen Motorhaube und ihrer vergleichsweise niedrigen Dachhöhe (1,52 Meter mit Reling) resultieren. Und er präsentiert sich so bunt, wie kein anderer Kia zuvor. 20 zweifarbige und neun einfarbige Lackierungen stehen für die Außenhaut zur Wahl, fürs Interieur gibt es drei Designpakete, unter anderem mit Akzenten in Orange, Hellgrün und Grau. Die werten das ohnehin ansehnliche und aufgeräumte Cockpit zusätzlich auf. Es ist serienmäßig (!) mit einem Infotainmentsystem samt sieben Zoll großem Touchscreen bestückt, der unter anderem auch die Anbindung von Smartphones beider Betriebssysteme erlaubt. Weniger großzügig zeigt sich Kia bei der Ausstattung mit Fahrer-Assistenzsystemen. Autonome Notbremse, Müdigkeitswarner und Spurhalter in Serie gibt es nur für die beiden oberen von insgesamt vier Ausstattungslinien, sonst kostet das Assi-Paket 1190 Euro Extra.Fahrer und Beifahrer genießen neben der guten Übersichtlichkeit des Stonic und seiner bequemen Sitze auch das tadellose Raumangebot der ersten Reihe. Im Fond allerdings geht's deutlich enger zu. Großgewachsene werden vor allem die Kniefreiheit bemängeln. Schade, dass Kia auf eine verschiebbare Rückbank verzichtet hat. Die asymmetrisch geteilten Lehnen lassen sich nur umklappen, was 1155 Liter Stauraum auf einer nahezu ebenen Ladefläche ergibt. Der reguläre Kofferraum mit doppeltem Boden schluckt akzeptable 352 Liter, hat leider jedoch eine ziemlich hohe Ladekante.

Die Motorenpalette umfasst drei Benziner und einen Diesel, die generell die Vorderräder antreiben. Das Schwestermodell Hyundai Kona hingegen wird es auch mit Allradantrieb geben. Von den Ottomotoren, die Vierzylinder leisten 84 bzw. 99 PS, sei der moderne Dreizylinder empfohlen. Das drehfreudige, 120 PS starke 1,0-Liter-Turbotriebwerk (Preise ab 18.390 Euro) gefiel bei ersten Testfahrten mit guter Geräuschdämmung und spontaner Gasannahme. Es treibt den satt und dennoch nicht unangenehm hart auf der Straße liegenden Stonic in 10,3 Sekunden bis auf Tempo 100 und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h. Kia notiert einen Normverbrauch von 5,0 Litern. Das sind zwei Zehntel weniger noch, als sich der vergleichsweise behäbige Einstiegsmotor mit 84 PS genehmigt. Sparmeister im Programm ist mit 4,2 Litern der 1,6-Liter-Turbodiesel. Der Selbstzünder glänzt mit Laufkultur und souveräner Durchzugsstärke. Vom Kauf ist vorerst dennoch abzuraten. Einen im Hinblick auf die Abgase zukunftssicheren SCR-Kat mit Harnstoffeinspritzung wird es erst im Laufe des nächsten Jahres geben. Automatikfreunde erhalten dann für den Turbobenziner alternativ zum Sechsgang-Handschalter auch ein Doppelkupplungsgetriebe. Wolfgang Brekeller

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG