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Eher für Taktiker, weniger für Fans

PES 18
PES 18 © Foto: Konami
Stefan Klug / 01.11.2017, 10:35 Uhr - Aktualisiert 09.11.2017, 13:10
(MOZ) Anpfiff zum Duell der virtuellen Kicks. Konami legt vor und präsentiert mit dem Nachsatz 18 sein aktuelles Pro Evolution Soccer. Klotzen und nicht kleckern schien dabei die Marketing-Idee zu sein, denn niemand geringeres als der FC Barcelona glänzt vom Cover. Doch der Fan weiß um die Schwäche der Japaner in Sachen Lizenzen und lässt sich nicht vom äußeren Schein blenden. PES muss so mit inneren Werten punkten. Und hier kann man Konami bescheinigen, wieder einmal fast alles richtig gemacht zu haben. Denn gut aufgehoben dürfen sich all jene fühlen, die weniger den schnellen Kick als vielmehr die taktische Auseinandersetzung suchen. War das bisher schon die Stärke der Vorgänger, haben die Entwickler nunmehr diesen Aspekt noch weiter ausgebaut. Zwei Offensiv- und zwei Defensiv-Taktiken, die der Spieler zuvor seinen Bedürfnissen und denen der Mannschaft anpassen kann, sind während der Partie über das digitale Steuerkreuz abrufbar. So ist es möglich, auf fast jede Spielsituation entsprechend zu reagieren. Großartig. Und die Zeit dafür bleibt auch, weil die NPCs, also die nicht gerade vom Gamer gesteuerten Akteure, intelligent und selbstständig mitarbeiten. Besonders in der Verteidigung ist das gelungen. Auf Knopfdruck wird der Ballführende belagert, so das sich der gesteuerte Spieler freilaufen und auf die Eroberung des Leders einstellen kann. Sehenswert auch die physikalische Umsetzung. Ob nun das Ballverhalten oder das der Kicker bei Remplern und Zweikämpfen - alles sieht echt aus und steigert das Spielvergnügen. Die verschiedenen Schwierigkeitsstufen fordern fast jedes Fähigkeitslevel. An Spielmodi ist mit verschiedenen Wettbewerben und der Karriere kein Mangel. Aber die defacto kaum vorhandenen Lizenzen erfordern viel Klein-Klein beim Editieren der Teams, damit die Sache wirklich Spaß macht. Apropos: Der vergeht dem Neuling, wenn er in der Karriere auf der Bank sitzen darf und - wenn auch im Zeitraffer - das Spiel von außen ansehen muss. Mag zwar realistisch sein, ist aber dem Sinn eines Videogames irgendwie abträglich. So rechte Freude will auch auf den Rängen nicht aufkommen. Denn bis hierhin reichen die möglichen Eingriffe beim Editieren der Mannschaften nicht. Fangesänge, Fahnen - kurzum Stimmung - darf man also eher selten erwarten. Die aber ist auch irgendwie ein Stück Seele vom Fußball. Etwas tröstet da, dass die Grafik im Allgemeinen und die Ansichten einer ganzen Reihe von Stars im Speziellen durchaus gelungen sind. Optisch macht PES 17 einiges her, auch weil die Akteure echte Reaktionen und Stimmungen zeigen. Ob das alles reicht, dem Kontrahenten FIFA den Rang abzulaufen, bleibt aber zumindest zweifelhaft.

Pro Evolution Soccer 18: PS4, XBoxOne

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