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Gewerkschaft fordert Hitzefrei für Arbeitnehmer

21.08.2009, 16:27 Uhr
Ingolstadt/München () Hitzefrei statt schwitzen bei der Arbeit: Die IG Metall Ingolstadt hat wegen der hohen Temperaturen in den vergangenen Tagen gefordert, Arbeitnehmer auch einfach mal nach Hause zu schicken. "Wenn der Arbeitgeber seiner Verpflichtung nicht nachkommt, die Arbeit so zu gestalten, dass bei hohen Temperaturen eine Gefährdung für die Gesundheit des Arbeitnehmers vermieden wird, sollte der Gesetzgeber ein Recht auf bezahlte Freistellung einräumen", forderte der Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Ingolstadt, Bernhard Stiedl, am Freitag in einer Mitteilung. In Büros ohne Klimaanlagen könnten die Temperaturen schnell auf 26 bis 35 Grad steigen.

Auf der Arbeitgeberseite fand der Vorstoß keinen Anklang. "Selbstverständlich ist der Arbeitgeber nach den gesetzlichen Vorschriften verpflichtet, dafür zu sorgen, dass es nicht zu einer gesundheitlichen Gefährdung der Beschäftigten am Arbeitsplatz kommt", erklärte der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Bertram Brossardt. "Der von der IG Metall Ingolstadt geforderte gesetzliche Anspruch auf eine Freistellung wegen hoher Temperaturen ist daher überflüssig."

Es sei Sache jedes einzelnen Unternehmens, je nach Witterung, Auftragslage, den betrieblichen Verhältnissen und der individuellen Konstitution des einzelnen Mitarbeiters Lösungen zu finden, sagte Brossardt. "Eine weitere gesetzliche Regelung würde nur zu mehr Bürokratie führen, und davon haben wir schon genug. Insgesamt sollten wir uns darauf konzentrieren, was getan werden kann, um aus der schwierigen wirtschaftlichen Situation herauszukommen. In die gegenwärtige Konjunkturlage passt der Vorschlag der IG Metall nicht."

Beim Autobauer Audi in Ingolstadt geht man pragmatisch mit der Hitze um. "Mir ist keine Hitzefrei-Vereinbarung bekannt", sagte ein Sprecher auf Anfrage. "Aber wenn die Temperatur nach oben schnellt, stellen wir den Mitarbeitern in der Produktion kostenlos Wasser zur Verfügung. Darüber hinaus ist man in der Verwaltung durchaus geneigt, die Krawatte mal abzulegen."

Auch bei der Allianz Deutschland setzt man auf Flexibilität, gearbeitet wird aber trotzdem. "Explizit hitzefrei gibt es nicht", sagte eine Sprecherin. "Aber wir haben flexible Arbeitszeiten. Die Angestellten können beispielsweise in der Hauptverwaltung in München zwischen 6 und 20 Uhr arbeiten. Wann sie ihren Dienst antreten, ist ihnen nach Abstimmung mit den Vorgesetzten und Kollegen selbst überlassen."

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