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Autotest Kia Ceed

Kia Ceed
Kia Ceed © Foto: MOZ/Hajo Zenker
Hajo Zenker / 21.08.2012, 14:32 Uhr - Aktualisiert 01.07.2014, 16:29
Frankfurt (Oder) (MOZ) Der deutsche Automarkt liegt beim Neuwagenabsatz bisher ganz leicht – mit 0,1 Prozent – im Minus. Ganz anders sieht es bei Kia aus: Die Zulassungen der Koreaner legten im Vergleich zum Vorjahr um satte 50,5 Prozent zu. So verkaufen sich der kleine Rio und der Geländegänger Sportage sehr gut. Seit Juni sorgt auch die Neuauflage des kompakten Cee‘d für weiteres Wachstum – zunächst als Fünftürer, im September folgt der Kombi.

MotorZwei Benziner und zwei Diesel stehen zur Verfügung. Das ergibt eine – nicht sehr breite – Leistungspalette von 90 PS bis 135 PS. Der von uns gefahrene große Benziner, der mit Direkteinspritzung versehen ist und aus 1,6 Litern Hubraum 135 PS und 165 Newtonmeter Drehmoment (erst bei 4850 Umdrehungen) holt, vermag nicht recht zu überzeugen. Schon gar nicht mit der Automatik (erstmals bei Kia ein Doppelkupplungsgetriebe). Die raubt dem nicht gerade durchzugsstarken Triebwerk, das man mit Drehzahl bei Laune halten muss, zusätzlich Kraft. Trotzdem kann man in knapp elf Sekunden aus dem Stand Tempo 100 erreichen. Auf der Autobahn kommt man zwar entspannt bis 180, die Spitze von 195 km/h aber ist nur mit viel Anlauf möglich.Karosserie/AusstattungDass die Koreaner so viel erfolgreicher als andere Asiaten agieren, hat Gründe: Diverse Modelle werden ganz auf Europa zugeschnitten – in Deutschland entwickelt, in der Slowakei gebaut. So trägt auch das Design des Cee‘d, der technisch eng mit dem Hyundai i30 verwandt ist, deutsche Züge – für das war Peter Schreyer verantwortlich (früher Audi und VW), ein Meister seines Fachs. Und auch die verwendeten Materialien und die Spaltmaße sind überzeugend. Nun war schon der 2007 präsentierte Vorgänger ansehnlich – aber der Nachfolger sieht eindeutig erwachsener und dynamischer aus. Das haut hin. Besser haben es zudem Insassen und Gepäck: Der um fünf Zentimeter auf 4,31 Meter gewachsene Wagen hat in Reihe 2 an Bein­ und Kopffreiheit gewonnen. Der Kofferraum ist bei stolzen 380 Litern angekommen. Der Innenraum ist funktional und hochwertig – in den besseren Ausstattungslinien hat man gar statt eines konventionellen Tachos ein superscharfes Display. Auch die Geräuschdämmung überrascht positiv. Ab Werk gibt es sechs Airbags, ESP, CD­Radio, Fensterheber vorn, Zentralverriegelung. Aber Klima nicht einmal gegen Aufpreis – sondern erst in der nächsten Ausstattungslinie serienmäßig.FahrverhaltenGuter Kompromiss von Komfort und Dynamik. Bei schlechten Straßen aber wird es poltrig. Per Tastendruck kann man den Charakter der Servolenkung in drei Stufen variieren – man sollte dabei „Sport“ wählen.WirtschaftlichkeitDer Einstieg in solch ein Kompaktmodell für 14 490 Euro ist natürlich günstig. Allerdings gibt es diese (eher karge) Basis nur mit dem Einstiegsbenziner (100 PS). Für den von uns gefahrenen großen Benziner geht es dann bereits bei 18 190 Euro los. Offiziell verbraucht der Motor 6,1 Liter Super auf 100 Kilometer (140 g/km CO2). Wer aber versucht, dem Benziner etwas Leistung zu entlocken, kommt locker auf ein, zwei Liter mehr. In der Versicherung gelten die verträglichen Klassen 16/19/18 (Haftpflicht/Voll­/Teilkasko). Die sieben Jahre Garantie sind vorbildlich.FazitSchick, hochwertig, kultiviert: Kia hat den Cee‘d noch stärker auf europäische Ansprüche ausgerichtet. Das gefällt. Eine echte Alternative in der Golf­Klasse. Über die Motorenpalette sollte Kia aber noch einmal nachdenken.    

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