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Autotest Jaguar XF Sportbrake

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Hajo Zenker / 06.09.2013, 20:04 Uhr - Aktualisiert 08.09.2013, 11:06
Frankfurt (Oder) (MOZ) Da kommt Freude auf: Während der deutsche Gesamtmarkt von Januar bis August um 6,6 Prozent schrumpfte, konnte Jaguar bei uns um satte 40,6 Prozent zulegen – keine andere Marke wuchs in Deutschland in diesem Jahr stärker. Das liegt am XF und auch der Tatsache, dass sich die englische Nobelmarke, die mittlerweile zum indischen Tata-Konzern gehört, nun wieder getraut hat, mit dem XF Sportbrake einen Kombi auf den Markt zu bringen.

Im Autotest, der Jaguar XF Sportbrake
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Jaguar XF Sportbrake

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Motor

Für die Kombi-Variante hat Jaguar auf Benziner verzichtet: Ein Vierzylinder-Diesel mit 200 PS sowie ein Sechszylinder-Diesel in zwei Leistungsstufen (240 PS/275 PS) stehen zur Wahl. Dabei ist der von uns gefahrene Drei-Liter-Selbstzünder mit 275 PS und einem satten maximalen Drehmoment von 600 Nm natürlich eine überaus souveräne, kultivierte Motorisierung. Die serienmäßige, sehr schicke (selbst ausfahrender Drehschalter) Acht-Gang-Automatik passt dazu sehr gut. So kann man in sechseinhalb Sekunden von 0 auf Tempo 100 kommen. Der Vortrieb auf der Autobahn wird elektronisch bei 250 km/h abgeregelt. Doch was nützt der schönste Motor, wenn immer mal wieder die Anzeige aufleuchtet, dass die Motorleistung begrenzt wird? Und man nur noch 120 km/h oder gar 80 km/h fahren kann. Wie ein Blick in Internetforen zeigt ein Problem, das unter Jaguar-Fahrern nicht unbekannt ist. Zusätzlich zeigt auch die Start-Stopp-Automatik ab und an merkwürdige Verhaltensweisen. Und das völlige Abschalten des Motors gelingt häufig nur nach mehrmaligem Druck des Start-Knopfes. So etwas trübt natürlich den Gesamteindruck

Karosserie/Ausstattung

Über vier Jahre hat es gedauert, bis aus der XF-Limousine, die auf so wunderbare Weise für den Bruch mit dem ewigen Retrostil der Traditionsmarke steht, ein Kombi wurde. Auch der kann optisch voll überzeugen – innen wie außen. Die immerhin 4,97 Meter Länge sorgen für ein standesgemäßes Platzangebot für die Passagiere – und auch dem Gepäck steht (im Gegensatz zu manch anderem Kombi-Schönling) mit 550 Litern wirklich ordentlich Raum zur Verfügung. Ab Werk sind etwa Zwei-Zonen-Klimaautomatik, automatische Niveauregulierung, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrleuchten und Abbiegelicht, 250-Watt-Klangsystem und 7-Zoll-Touchscreen an Bord. Einen losen Gummi an einer Tür-?innenverkleidung und einen ab und an unmotiviert knisternden Lautsprecher sollte es in einem solchen Auto aber nicht geben.

Fahrverhalten

Zu Eleganz passt trotz eines kräftigen Motors nur Komfort – so schwebt man über die Straße, die Lenkung könnte trotzdem etwas direkter agieren.

Wirtschaftlichkeit

Bei 48 550 Euro geht es laut Liste mit dem 200-PS-Modell los, der von uns gefahrene 275-PS-Benziner startet dann bereits bei?stolzen 56 550 Euro. Den offiziellen Verbrauch von 6,2 Litern Diesel (163 g/km CO2) pro 100 Kilometer darf man nicht zu ernst nehmen: Zwei Liter mehr sollte man – wenn man die Kraft des Triebwerks regelmäßig nutzt – locker draufschlagen. Auch die Versicherungseinstufung liegt natürlich im gehobenen Bereich – und bedeutet unabhängig von der Motorisierung stets die Klassen 21/28/25 (Haftpflicht/Voll-/Teilkasko).

Fazit

Jaguar ist eigentlich auf dem richtigen Weg: Die Marke wurde entstaubt, ohne die Tradition zu verleugnen. Das moderne Design begeistert. An der Zuverlässigkeit aber muss Jaguar offensichtlich noch arbeiten. Hajo Zenker

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