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Autotest Audi A4

Optisch nah am Vorgänger: Audi A4
Optisch nah am Vorgänger: Audi A4 © Foto: MOZ/Hajo Zenker
Hajo Zenker / 03.03.2016, 08:57 Uhr - Aktualisiert 08.03.2016, 16:43
(MOZ) Im vergangenen Jahr blieb Audi auf dem deutschen Heimatmarkt mit einem Plus von 3,7 Prozent unter dem Branchenschnitt, der 5,6 Prozent betrug. In den ersten beiden Monaten 2016 kam die Vier-Ringe-Marke dagegen mit 18,2 Prozent auf einen Zuwachs weit über dem allgemeinen Zulassungsdurchschnitt (7,8 Prozent), weil sich A1, Q3, Q5 und A5 viel besser verkaufen als im Vorjahr. Der neue A4 dagegen muss noch etwas Schwung aufnehmen.  

Motor Für den A4 stehen drei Benziner und vier Dieselvarianten zur Wahl. Das ergibt eine Leistungsspanne von 150 PS bis 272 PS. Die von uns gefahrene Spitzenmotorisierung, die aus einem Drei-Liter-Sechszylinder-Diesel 272 PS und vor allem bärenstarke 600 Newtonmeter maximales Drehmoment holt, ist ein Traum. Flüsterleise macht das Triebwerk den Selbstzünder akustisch vergessen, obwohl die Durchzugskraft ganz dieseltypisch gewaltig ist. So kann man in 5,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100 kommen. Bei 250 km/h wird abgeregelt. Die Acht-Gang-Automatik passt hervorragend zum Triebwerk. 

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Karosserie/Ausstattung Das Audi-Mittelklassemodell ist das meistproduzierte Fahrzeug der Marke und jetzt in der neunten Generation zu haben – zunächst hieß er ab 1972 Audi 80, ab 1994 dann A4. Kein Wunder also, dass man die geneigte Kundschaft nicht verschrecken will und keine Design-Experimente wagt. Trotzdem hätte man wohl optisch nicht so nah am Vorgänger bleiben müssen. Etwas mehr Selbstbewusstsein im Design hätte Audi haben dürfen. Schließlich zeigt sich beim Fahren, dass die Neuauflage spürbar besser geworden ist. Der Innenraum ist in Sachen Modernität, Funktionalität, Digitalität und Internetzeitalter voll auf der Höhe. Material und Verarbeitung sind, eigentlich kaum zu glauben, noch einmal besser geworden. Für die Insassen steht zudem mehr Platz zur Verfügung. Der Zugang zum 480 Liter großen Kofferraum ist aber eher klein geraten.  

Fahrverhalten Der A4 ist deutlich agiler, deutlich dynamischer geworden. Ohne zum Raufbold zu werden – das würde auch nicht zu der Ruhe passen, die allen äußeren Umständen zum Trotz im Inneren herrscht. Der bei uns verbaute Allradantrieb bringt die große Kraft super auf die Straße. Eine Luftfederung gibt es nicht, elektronisch veränderbare Fahrwerkseinstellungen aber schon, die sich deutlich bemerkbar machen. 

Wirtschaftlichkeit Mit einem Einstiegspreis von 30.650 Euro steht die A4-Limousine (als 150-PS-Benziner) in der Liste. Der von uns gefahrene stärkste Wagen bringt es dann aber bereits auf stolze 50.100 Euro. Der VW-Abgasskandal, von dem auch Audi-Modelle betroffen sind, hat das Augenmerk ganz allgemein auch wieder auf den tatsächlichen Verbrauch gelenkt. Audi gibt für das von uns gefahrene Modell als Normverbrauch 4,9 Liter Diesel auf 100 Kilometer (129 g/km CO2) an – mit sieben Litern kommt man tatsächlich hin, was für solch ein starkes Modell okay ist. In der Versicherung liegt der größte Diesel bei den nicht gerade günstigen Klassen 20/25/26 (Haftpflicht/Voll-/Teilkasko). 

Fazit Auf den ersten Blick hat sich beim A4 nicht viel getan – doch der Audi-Klassiker ist noch perfekter geworden. Und die Allrad-Variante mit dem Spitzen-Diesel macht gewaltig Spaß. Hajo Zenker

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