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Wärme aus dem Erdreich

Flächenkollektoren, Erdkörbe oder Energiezäune: Diese Anlagen werden nah an der Oberfläche in den Boden gebracht. Dort fangen sie Sonnenwärme und die des einsickernden Regens auf.
Flächenkollektoren, Erdkörbe oder Energiezäune: Diese Anlagen werden nah an der Oberfläche in den Boden gebracht. Dort fangen sie Sonnenwärme und die des einsickernden Regens auf. © Foto: Bundesverband Wärmepumpe
30.04.2016, 14:30 Uhr
(dpa) Eine der wenigen Energieressourcen, die unbegrenzt zur Verfügung stehen, ist Wärme aus dem Erdinneren. Einfache Systeme, die sich sogar im Garten installieren lassen, können mit dieser Wärme die Heizung im Haus betreiben. Nur graben muss man dafür.

Erdwärme - auch Geothermie genannt - ist eine der wenigen erneuerbaren Energien, die sich in ihrer reinen Form nutzen lässt. Während Solar- und Windenergie in den meisten Anwendungen in Strom umgewandelt werden, dient Erdwärme unmittelbar für die Heizung.

In den Tiefen der Erde werden Temperaturen von mehreren Tausend Grad erreicht. Diese Energie lässt sich nutzen. Für Häuser kommen meist Systeme in geringerer Tiefe zum Einsatz. "Dabei zirkuliert Wasser oder eine Wärmeträgerflüssigkeit in einem geschlossenen Rohrsystem im Untergrund und nimmt die Wärme aus dem Boden auf", erklärt Leonhard Thien vom Bundesverband Geothermie in Berlin. Diese Wärme wird dann an der Oberfläche an die Wärmepumpe abgegeben. Die bringt sie auf das zum Heizen notwendige Temperaturniveau. "Am effektivsten wäre natürlich eine Heizung, die direkt die heiße Erdwärme aus großen Tiefen nutzen könnte", erklärt Thien.

"Dies wird zum Beispiel in Süddeutschland, etwa im Großraum München, wo sehr gute geologische und hydrogeologische Voraussetzungen vorliegen, an vielen Standorten praktiziert." Aber auch der Rest Deutschlands kann von der Geothermie profitieren - von der oberflächennahen Variante. Um eine Heizung zu betreiben, reichen schon acht bis zwölf Grad Erdtemperatur. Und die ist bereits in einigen Metern Tiefe gegeben.

Allerdings muss die Geologie muss passen. Über die Verhältnisse vor Ort klären Internetportale auf. "Einfach Adresse eingeben, und schon bekommen Sie die nötigen Informationen", erklärt Thien. Allerdings empfiehlt es sich, auch einen Fachplaner oder ein Bohrunternehmen zu konsultieren, um die verschiedenen Möglichkeiten, die Wärme aus der Tiefe zu nutzen, abzuklären.

Das effizienteste geschlossene System ist die Erdwärmesonde. Die Sonden kommen vertikal in den Boden, meist mit einer Tiefe von 50 bis 250 Metern. Oft reicht für die Bohrung eine Fläche von der Größe einer Garageneinfahrt. Diese Bohrungen werden aber nur in Verbindung mit behördlichen Auflagen genehmigt. Flächenkollektoren, Erdkörbe oder Energiezäune kommen oberflächennah in den Boden.

Sie nutzen vor allem Sonnenwärme und die des einsickernden Regens. Deshalb darf die Fläche über den Wärmetauschern nicht bebaut oder versiegelt sein. Außerdem ist der Flächenbedarf höher als der einer Erdwärmesonde.

Die Anschaffung einer Erdwärmeheizung ist teurer als eine Öl- oder Gasheizung. Das liegt vor allem an den Bohrungen oder Grabungen. Die Betriebskosten seien aber oft wesentlich günstiger, so Thien. "Eine gute Effizienz haben Erdwärmepumpen mit einer Jahresarbeitszahl, die größer ist als vier", erklärt Alexander Knebel von der Agentur für Erneuerbare Energien. "Das bedeutet, dass sie mit einer Kilowattstunde Strom mehr als vier Stunden Wärmeenergie erzeugen."

Die Herstellerangaben sollte man hinterfragen. "Der tatsächliche Wirkungsgrad ist abhängig von der Temperatur der Wärmequelle und von der Heizanlage", erklärt Werner Neumann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland.

Die versprochene Leistung werde oft nur erreicht, wenn das Haus einen hohen Energiestandard aufweist. Zudem müssen Flächenheizungen mit Vorlauftemperaturen unter 40 Grad eingesetzt werden.

"Verbraucher sollten eine Garantie vom Hersteller der Anlagen verlangen, dass ihre Produkte tatsächlich im Alltag die angegebene Leistung bringen", rät Neumann.

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