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Die IGA kommt in Fahrt

Die  Bobbahn auf dem Kienberg ist das neue Highlight der IGA2017, getestet von Mariama Jamanka, der aktuellen Bob-Europameisterin.
Die Bobbahn auf dem Kienberg ist das neue Highlight der IGA2017, getestet von Mariama Jamanka, der aktuellen Bob-Europameisterin. © Foto: IGA
Maria Neuendorff / 18.05.2017, 07:00 Uhr
Berlin (MOZ) Nach einem regnerischen Start steigt mit den Temperaturen auch das Interesse an der Internationalen Gartenausstellung (IGA). Fünf Wochen nach der Eröffnung blüht es nicht nur ordentlich. Auch Berlins erste Natur-Bobbahn hat inzwischen geöffnet.

Eben ist man noch ganz entspannt per Seilbahn den Kienberg hinauf geglitten, da heißt es auf dem Gipfel "Bitte Anschnallen". Schon der Flieger-Gurt, der vor dem Bauch eingehakt wird, sorgt für den ersten Nervenkitzel. Die schnittigen silbernen Wagen auf Stahlschienen, in die man für drei Euro kraxeln kann, sehen aus wie Raketenköpfe. Mit zwei Steuerknüppeln kann man zusätzlich Gas gegeben, aber auch abbremsen, erklärt ein Mitarbeiter der Natur-Bobbahn, bevor die Ampel auf Grün schaltet.

Dann geht es auch schon rasant abwärts. Wer nicht abbremst, hat schnell das Gefühl, jeden Moment aus der Kurve geschleudert zu werden. Bis Tempo 40 erreichen die Bobs. Rechts und links rauschen junge Kiefern vorbei. Vom acht Meter hohen Panorama-Kreisel können Schwindelfreie sogar die Aussicht in die Gärten der Welt genießen. Ein Achterbahngefühl mit Naturerlebnis. Nach 500 Metern Talfahrt ist die Runde aber noch nicht zu Ende. Per Förderband geht es ganz entspannt zurück auf den Berg, wo sich Ein- und Ausstiegstelle befinden.

Die erste Sommerrodelbahn Berlins ist nur eines der Highlights auf dem 15 Hektar großen Gartenschau-Gelände, das am Gründonnerstag mit Hagelschauern eröffnet hatte. Nach dem nasskalten Start stellt sich in der grünen Oase zwischen Hochhäusern nun endlich das Gefühl von Sommer ein.

Die Tulpen blühen weinrot, die Vergissmeinnicht leuchten lila-blau. Kinder planschen mit nackten Füßen auf den Wasserspielplätzen. Schon dienen die Nebelschwaden aus den steinernen Wassergärten als willkommene Abkühlung.

Wenn die Sonne richtig knallt, sind die Schattenliegen unter den wenigen schmalen Sonnensegeln schnell besetzt. Wer sich nach dem Besuch von Irrgarten, Spiegel-Labyrinth oder einer Wanderung auf dem Naturpfad ausruhen will, für den stehen zudem überall Bänke oder bunte Sofas parat.

Auch das Gras der Hügellandschaft, über die die Seilbahn fast schwebt, ist so dicht, dass man sich einfach hineinfallen lassen will. Richtig idyllisch wird es rund um die neue Tälchenbrücke. Ein Klangkünstler lässt dort Vogelmusik von den Bäumen zwitschern, während im Himmel über Marzahn-Hellersdorf echte Habichte ihre Kreise ziehen. Am Wuhleteich können Schulklassen auf dem Forscherfloß die Tier- und Pflanzenwelt hautnah entdecken. Der Weltacker nebenan soll zeigen, dass eigentlich jeder Mensch 2000 Quadratmeter Feld zur Verfügung haben könnte, wenn alles gerecht verteilt wäre und man die richtigen Nahrungsmittel anbauen würde.

Hier und da muss noch einiges nachgebessert werde. Einige Figuren im sprechenden Märchenwald werden gerade ausgetauscht. Am großen Kletterwal steht ein Aufpasser mit Erste-Hilfe-Koffer, nachdem sich dort eine Besucherin einen Riesensplitter ins Bein gerammt hatte, als sie dem Wal verbotener Weise den Buckel hinunterrutschte.

Nach einem schwierigen Start, versuchen die IGA-Macher mit zahlreichen Veranstaltungen Gäste an den Berliner Stadtrand zu locken. Zum Kirchentag (25. bis 27. Mai) wird es Konzerte und eine Luther-Schau in der Blumenhalle geben. Die Besucher bekommen zudem Eintritts-Rabatt. Schon am vergangenen Wochenende zog die Gartenschau mit Sonderangeboten rund 25 000 Gäste an. Wer unter der Woche kommt, muss weder an Kassen oder Bistrotresen anstehen. Sondern kann ganz entspannt eine der Seilbahn-Gondeln abpassen, bei denen sogar der Boden aus Glas ist.

Die IGA läuft bis 15. Oktober. Das Tagesticket kostet 20 Euro, die Abendkarte 10 Euro. Kinder ab 6 zahlen 5 Euro. Seilbahnfahrten sind enthalten. An den Haupteingängen "Kienbergpark" (U5) oder "Gärten der Welt" kann man direkt einsteigen.

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