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"Lieber weniger essen als Margarine nehmen"

Arnim Valet, Lebensmittelexperte der Verbraucherzentrale Hamburg
Arnim Valet, Lebensmittelexperte der Verbraucherzentrale Hamburg © Foto: VZHH
05.09.2017, 22:23 Uhr
Frankfurt (Oder) (MOZ) Der rasante Butterpreisanstieg der vergangenen Monate hat viele Verbraucher überrascht - und verärgert. Hajo Zenker sprach darüber mit Arnim Valet, Lebensmittelexperte der Verbraucherzentrale Hamburg, die sich besonders mit Ernährungsfragen beschäftigt.

Herr Valet, die Butterpreise haben sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Zockt der Handel die Verbraucher hier gewaltig ab?

Tatsächlich haben wir einige Beschwerden von Verbrauchern, die sich über den Tisch gezogen fühlen. Aber in Sachen Butterpreis wird im Gegensatz zu anderen Fällen nicht einfach Kohle gescheffelt. Wir sind als Konsumenten lange verwöhnt gewesen und haben so niedrige Preise bezahlt, von denen kein Landwirt leben konnte. Butter ist zudem so ein Eckpreis im Lebensmittel-Einzelhandel, der unter ständiger Beobachtung steht. Da kann man nicht still und heimlich als Händler so einfach Extraprofit erwirtschaften. Der Milchmarkt allerdings ist global geworden, mit Preis-Ausschlägen in beide Richtungen müssen wir leben.

Was sich aber durchaus im Portemonnaie bemerkbar macht.

Die Steigerung in den vergangenen Monaten war schon enorm. Legt man den jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von sechs Kilogramm zugrunde, zahlt jeder Bürger heute in zwölf Monaten fast 30 Euro mehr für Butter als noch im Jahr zuvor.

Was sollen denn Verbraucher jetzt tun? Mehr Margarine essen?

Das ist wirklich eine Geschmacksfrage. Ich persönlich mag Butter und würde lieber etwas weniger davon essen als sie durch Margarine zu ersetzen. Zumal Butter ihren zwischenzeitlichen Ruf, besonders ungesund zu sein, längst verloren hat.

Dass Butter jetzt so teuer ist, liegt ja auch daran, dass sich das Konsumverhalten der Deutschen verändert hat: Vollfett statt kalorienreduziert, sahnig statt light. Ist das nicht doch eine unerfreuliche Entwicklung?

Fett gilt ja schon länger nicht mehr grundsätzlich als "böse". Allerdings sollte man schon auf die Art des Fetts achten. Pflanzliche Öle sind zumeist gesünder. Und daher sollte man nicht, wie das mancher aus Tradition noch tut, Butter zum Braten verwenden - sondern etwa Rapsöl. Letztlich aber gilt, wie bei vielen Lebensmitteln: Wer Maß hält, muss sich nicht wirklich sorgen.

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